Linz: Nach Liebes-Aus in Thailand

ÖSTERREICH-Interview

Linz: Nach Liebes-Aus in Thailand

Roland Linz rechnet mit Daxbacher ab und freut sich auf Vastic.

Einsam spaziert Roland Linz den Sandstrand entlang. Er hat viel Zeit zum Nachdenken. Eigentlich hätte er den Weihnachtsurlaub mit Freundin Barbara verbringen wollen. Doch die Beziehung mit der Schwester von Joachim Bankel, dem Boss der Wiener In-Disco Passage, ging in die Brüche. „Ja“, bestätigt Roland, „wir haben uns nach einem Jahr getrennt.“ Mehr will er zu diesem Thema nicht sagen.

Daxbacher hat Linz Selbstvertrauen geraubt
Dem Sonnyboy ist das Lachen vergangen. Denn es lief auch sportlich für den Torjäger nicht nach Wunsch. Als Führender der Schützenliste wurde er von Trainer Karl Daxbacher auf die Ersatzbank gesetzt. Der Kapitän wurde entmachtet, verlor seinen Stammplatz. „Das ist mir zum ersten Mal passiert, war für mich ein harter Schlag.“ Dann gibt er ehrlich zu: „Das hat mir Selbstvertrauen gekostet.“

Roland besucht in Pattaya seinen Vater Günther
In Pattaya hat er jetzt seinen Vater Günther besucht, der seit 15 Jahren in Thailand überwintert. Der versucht natürlich, seinen Sohnemann wieder aufzubauen. Muss er eigentlich nicht mehr. Denn die Meldung, dass Daxbacher als Austria-Trainer gefeuert wurde, hat Rolands Laune schlagartig verbessert. Er sagt: „Ich habe damit gerechnet, unsere letzten Ergebnisse waren schlecht. Wenn man in neun Spielen nur einmal gewinnt, dann stimmt etwas nicht.“

Linz spielte im Team gemeinsam mit Vastic
Linz bleibt bis zum 5. Jänner in Thailand. Er freut sich schon auf seinen neuen Trainer Ivo Vastic, mit dem er gemeinsam in der Nationalmannschaft gespielt hat. „Er wird unserer Mannschaft neuen Schwung geben. Zuletzt bei Daxbacher war alles schon so normal und selbstverständlich.“

Jetzt träumt der Goalgetter sogar wieder vom Titel. „Die vier Punkte Rückstand sind in der Rückrunde durchaus aufholbar. Ivo wird uns nach vorne bringen“, so Linz. „Im Vorjahr haben wir einen Vorsprung im Endspurt verspielt, diesmal drehen wir den Spieß um.“ Der neue Coach macht wieder Mut. „Ivo passt ideal zu unserer Truppe. Als junger Trainer ist er hungrig auf Erfolg.“ Bei Vastic ist Linz wieder erste Wahl. „Ich werde alles im Training geben, damit kein Weg an mir vorbeiführen kann.“ Und er will keine Sonderstellung, obwohl er mit Vastic per Du ist. „Ich werde zu ihm nicht Ivo, sondern nur Trainer sagen.“
 

»Mit Ivo holen wir den Titel«

ÖSTERREICH: Herr Linz, sind Sie froh, dass Daxbacher weg ist?
Roland Linz: Es wäre nicht korrekt, wenn ich jetzt nachkarte. Tatsache ist: Wir waren zuletzt nicht erfolgreich.

ÖSTERREICH: Anders gefragt: Freuen Sie sich schon auf Ivo Vastic?
Linz: Ja, auf alle Fälle. Wir haben zusammen im Team gespielt. Er ist ein Erfolgsmensch, war schon als Spieler top. Er wird auch als Trainer seinen Weg machen. Er hat viel von Ivica Osim gelernt.

ÖSTERREICH: Waren Sie eigentlich überrascht, dass Daxbacher gefeuert wurde?
Linz: Nein, zuletzt war in der Mannschaft schon etwas die Luft draußen, wir haben nur eines von neun Spielen gewonnen. Vastic zu holen war daher die beste und einzig richtige Entscheidung.

ÖSTERREICH: Was erwarten Sie jetzt von der Rückrunde?
Linz: Ich behaupte: Mit Vastic werden wir Meister. Wir haben einen guten Kader, der noch mit zwei Legionären aufgestockt werden soll. Wir haben in den letzten Jahren schon viel zu viel verspielt. Darum drehen wir heuer den Spieß um.

ÖSTERREICH: Vastic hat erklärt, dass Sie einen Bonus haben.
Linz: Ich werde alles tun, damit man mich nicht wieder auf die Bank setzt.