ÖFB-Vize verlangt "Klartext"

Interview

ÖFB-Vize verlangt "Klartext"

Er ist der Landesfürst, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt. ÖFB-Vizepräsident Leo Windtner über die Teamkrise, Brückner und Stickler.

ÖSTERREICH: ÖFB-Präsident Friedrich Stickler hat sich gestern mit Journalisten getroffen. Finden Sie es gut, dass endlich Klartext gesprochen wird?
Leo Windtner: Das wollen wir doch alle. In der letzten Woche ist viel passiert. Das 1:1 gegen Färöer, das Scheitern unseres U-21-Teams und die Niederlage gegen Serbien sind für das Image unseres Fußballs extrem schlecht gewesen. Da kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

ÖSTERREICH: Finden Sie, dass Stickler als ÖFB-Chef einen guten Job macht?
Windtner: Diese Frage brauchen Sie mir gar nicht zu stellen. Es hat keinen Sinn, einen offenen Kampf auszutragen. Ich möchte keinen Wirbel. Das wäre in dieser Situation ganz schlecht.

ÖSTERREICH: Manche Ihrer Präsidiumskollegen meinen, dass Sie als ÖFB-Präsident die beste Wahl wären?
Windtner: Es ist sinnlos, mich in Position bringen zu wollen. Ich habe schon oft gesagt, dass ich einen Betrieb mit 7.000 Mitarbeitern zu führen habe. Ich sage es noch einmal, klar und deutlich: Ich möchte nicht ÖFB-Präsident werden. Ich kann mir auch nicht vorstellen nach Wien zu gehen – und der ÖFB muss von Wien aus straff geführt werden.

ÖSTERREICH: Hans Krankl hat gesagt, dass beim ÖFB alles alt und eingerostet ist. Und dass man Funktionäre austauschen muss. Stimmt das?
Windtner: Wir wissen selbst alle, dass gewisse Reformen hergehören.

ÖSTERREICH: Sie selbst haben gesagt, dass man über die heftige Kritik an Teamchef Karel Brückner seriös diskutieren muss. Was heißt das?
Windtner: Das heißt, dass wir uns damit auseinandersetzen müssen. Das heißt jedoch nicht, dass ich Brückner abschießen möchte. Dass sollte nie so rüberkommen.

ÖSTERREICH: Akzeptiert es der ÖFB, dass sich Brückner fast nur in Olmütz aufhält, nicht voll über Österreichs Fußball informiert ist und keinen Kontakt mit den Bundesliga-Trainern hat?
Windtner: Ich habe es ihnen schon gesagt, dass werden wir intern klären.