Pacult zerrt Rapid vor Gericht

Klage fix

Pacult zerrt Rapid vor Gericht

Pacult wird seine fristlose Kündigung bei Rapid vor Gericht anfechten.

Am Sonntag hat er im Ö3-Frühstück bei Claudia Stöckl seinen Rapid-Rauswurf beklagt, doch jetzt greift Pacult richtig an. Seit gestern ist fix: Der am 11. April geschasste Trainer wird die fristlose Kündigung von Österreichs Rekordmeister beim Arbeitsgericht einklagen.

Pacults Anwalt Werner Tomanek bestätigt in ÖSTERREICH: „Ja, das stimmt. Rapid hat zwei Fristen ungenützt verstreichen lassen. Da es weder eine Stellungnahme, geschweige denn eine Zahlung gab, wird die Klage eingereicht.“ Alles ist aufgesetzt, die Klageschrift soll heute bei Gericht eintreffen.

Es geht um mindestens 100.000 Euro
Da Pacults Vertrag bis Juni 2012 gelaufen wäre, geht es um viel Geld. Laut Tomanek stehen Pacult drei Entgelte plus ein aliquoter Anteil aus weiteren Forderungen zu. Es soll sich dabei um mindestens 100.000 Euro handeln.
Besonders brisant: Rapid ist bis heute den wahren Grund der „Fristlosen“ schuldig geblieben. Längst ist es kein Geheimnis mehr, dass es bei dem Streit um persönliche Unstimmigkeiten zwischen Klubpräsident Rudolf Edlinger und Pacult geht.

Jetzt droht die große Schlammschlacht vor Gericht. Bei Rapid sucht man seit Wochen fieberhaft nach Verfehlungen, die man Pacult im Nachhinein anhängen könnte. Möglich, dass sogar Spieler vor Gericht zitiert werden, um aus der konfliktreichen Zusammenarbeit mit Trainer Pacult zu plaudern.
Rapid-Boss Edlinger will „Fristlose“ durchboxen

Der Vorwurf, Pacult habe schon während seiner Rapid-Zeit mit seinem neuen Arbeitgeber Red Bull Leipzig verhandelt, wird nicht ausreichen. Tomanek stellt klar: „Rapid ist beweispflichtig für schlimme Verfehlungen.“ Edlinger ist überzeugt, solche ausreichend gesammelt zu haben. Nennen will er sie nicht. „Höchstens vor Gericht“, so der Rapid-Boss.
Jetzt kann er das …

Tomanek: "Rapid hat die Fristen versäumt"
ÖSTERREICH: Herr Tomanek, stimmt es, dass Sie für Peter Pacult Klage gegen Rapid eingebracht haben?
Werner Tomanek: Ja, das stimmt! Rapid hat zwei Fristen ungenützt verstreichen lassen. Am Freitag gab es noch ein Telefonat mit Manager Werner Kuhn, wo er um Aufschub bis Montag gebeten hat. Da es dann aber weder eine Stellungnahme, geschweige denn eine Zahlung gab, wird die Klage eingereicht.
ÖSTERREICH: Was werden Sie beim Arbeitsgericht einklagen?
Tomanek: Alle Entgelte, die offen sind und meinem Mandanten gesetzlich zustehen. Es gibt Ansprüche von mindestens drei Entgelten. Dazu kommen Forderungen, die geltend gemacht werden können und aliquot angerechnet werden.
ÖSTERREICH: Hat Rapid Ihnen mittlerweile den Grund der fristlosen Kündigung genannt?
Tomanek: Nein! Doch vor Gericht werden triftige Gründe genannt werden müssen. Rapid ist beweispflichtig für Verfehlungen, die man Peter Pacult vorwirft. Man darf gespannt sein. Wir sehen dem Verfahren mit aller gebotenen Gelassenheit entgegen.