janko schmerz

WM-Pleite

Spieler haben WM-Quali abgeschrieben

Stürmer Marc Janko stellvertretend für den Rest der Mannschaft: "Jetzt ist er fast gegessen, der Käse". Durchhalteparolen klingen eher halbherzig.

Selten hat Marc Janko ein Tor so wenig bedeutet. Der 25-Jährige hatte am Mittwoch bei der Heimniederlage in Wien gegen Serbien den Ehrentreffer zum 1:3 erzielt. "Das war leider nur Ergebniskosmetik", gestand Janko nach seinem dritten Tor im siebenten Fußball-Länderspiel. Wie seinen Kollegen war auch dem Solostürmer, der an vorderster Front lange Zeit keine brauchbaren Bälle erhalten hatte, die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.

WM-Traum vorbei
Denn der WM-Traum 2010 in Südafrika ist für das österreichische Nationalteam bereits nach vier Quali-Spielen so gut wie ausgeträumt. "Es ist von vorne herein eine sehr schwierige Aufgabe gewesen. Aber jetzt ist er fast gegessen, der Käse", erklärte Janko. Jeweils fünf Punkte fehlen in Gruppe 7 bereits auf Spitzenreiter Serbien und Litauen. Hängenlassen werde sich das Team aber nicht, versprach der Salzburg-Stürmer - auch jenen Fans, die das Stadion vorzeitig verlassen hatten.

Euphorie-Bremse
"Wir dürfen nicht größenwahnsinnig werden wie nach dem Frankreich-Spiel und glauben, dass wir Gruppenerster werden können", gab Janko als Devise für die restliche Qualifikation aus. Das sensationelle 3:1 gegen den Vizeweltmeister habe über die wahren Kräfteverhältnisse hinweggetäuscht. "Nach Frankreich wurde alles hochgejubelt. Das war mir ein bisschen suspekt und meiner Meinung nach auch nicht angebracht", sagte Janko. "Jetzt wird alles schlecht gemacht. Aber in Österreich ist das normal."

Team-Building
Kapitän Andreas Ivanschitz verwies ebenfalls auf das Frankreich-Spiel - allerdings als positives Vorbild. "Wir müssen jetzt schauen, dass wir wieder eine Einheit werden und wie gegen Frankreich kompakt spielen. Dort müssen wir wieder hin", erklärte der Burgenländer, der am Spieltag seinen 25. Geburtstag begangen hatte. Die Chance auf eine erfolgreiche WM-Qualifikation hält Ivanschitz für minimal. "Es wird jetzt sehr schwierig, die Quali noch zu schaffen", gestand der Panathinaikos-Legionär.

Durchhalteparolen
"Unmöglich ist die Qualifikation erst, wenn es rechnerisch keine Chance mehr gibt", gab sich Außenverteidiger György Garics kämpferisch. "Aber die Punkte, die wie gegen Litauen, Färöer und Serbien verloren haben, können wir nicht mehr holen. Die werden uns fehlen." Fehler seien auch in der Defensive begangen worden. "Wir waren bei den Gegentoren nicht konzentriert genug. Solche Tore dürfen einfach nicht passieren", betonte Garics.

Die Serben hatten in der Anfangsphase ein Offensivfeuerwerk gezündet, Milos Krasic (14.), Milan Jovanovic (18.) und Ivan Obradovic (24.) innerhalb von zehn Minuten auf 3:0 gestellt. Laut Emanuel Pogatetz hätte die Niederlage sogar noch höher ausfallen können. "Wir haben zu kopflos agiert", sagte der Verteidiger. "Die Serben haben uns mehr oder weniger überrollt", ergänzte Janko. Die Chance zur Rehabilitierung erhält die ÖFB-Elf in der Qualifikation erst am 1. April in Klagenfurt gegen Rumänien. Davor wartet am 19. November in einem Testspiel in Wien der EM-Halbfinalist Türkei.