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Sturm hat wieder die Nase vorn

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Austria kommt beim LASK mit 0:4 unter die Räder, und erlebt einen harten Rückschlag im Kampf um den dritten Platz. Für Altach rückt der Abstieg trotz dem höchsten Altacher Sieges in der Bundesliga immer näher.

LASK - Austria Wien
Je ein Treffer für die von Bord gehenden Lotsen Ivica Vastic und Michael Baur sowie ein 4:0-(2:0)-Sieg für den LASK - Das Drehbuch des Duells mit Austria Wien hätte in der 35. Runde der Fußball-Bundesliga kitschiger nicht sein können. Während die Wiener im Kampf um Platz drei nun ins Hintertreffen geraten sind und zwei Punkte Rückstand auf Sturm Graz aufweisen, haben die Linzer die Chance, eine verkorkste Saison noch auf Rang sieben abzuschließen.

Im vorletzten Saisonspiel gaben die Wiener auf der Linzer Gugl angesichts der Europacup-Pläne etwas zu willfährige Statisten für die Festspiele zweier Fußball-Pensionisten in spe ab. Ivica Vastic (35.), der seine letzte Bundesliga-Partie absolvierte, und Michael Baur (45.), der sich von den Fans in Linz verabschiedete, machten schon in der ersten Hälfte alles klar, "Joker" Mijatovic (70.) und Roman Wallner (88.) besiegelten die verdiente Niederlage einer enttäuschenden Wiener Mannschaft.

Offensichtlich beflügelt von den Ehrungen vor der Partie gab Vastic vor 11.100 Zuschauern eine würdige Vorstellung, in der er durchaus an alte Tage erinnerte. Violett ließ freilich Nachdruck und Akzente vermissen. Der LASK war tonangebend, die einzige echte Chance vergab Klein nach Mayrleb-Vorarbeit aber aus rund 16 Metern (20.). Da musste bereits Austria-Goalie Almer eingreifen, der in der 13. Minute den mit einer Zerrung ausgeschiedenen Safar ersetzt hatte.

In der 35. Minute dann der große Auftritt für Vastic: Der Ex-ÖFB-Teamkicker bugsierte einen Freistoß aus rund 20 Metern gefühlvoll und präzise wie zu besten Zeiten zum 1:0 ins Netz. Genau zehn Minuten später war es der von Offensivgeist beseelte Abwehrchef Baur, der nach Vorarbeit von Klein per Kopf - auch das eine Reminiszenz an seine Karriere - das 2:0 erzielte (45.).

Auch nach dem Seitenwechsel ging von den Gästen lange Zeit keine Gefahr aus. Während die Elf von Hans Krankl einen geglückten Nachmittag ausklingen ließ, war von Blanchard und Co. nur wenig zu sehen. Prompt schoss Mijatovic, kurz zuvor für Saurer gekommen, in der 70. Minute aus spitzen Winkel trocken zum 3:0 ein. Ein viel zu später Weckruf für die Austria, die in der Folge einen Lattenköpfler von Bak und eine gute Chance durch Diabang (Cavlina klärte) verzeichnete.

Den Schlusspunkt setzten aber die Linzer. Roman Wallner startete in der 88. Minute vom eigenen Sechzehner durch, "tanzte" über das gesamte Feld, düpierte eine indisponierte Wiener Defensive samt Schlussmann Almer und machte mit dem 4:0 den höchsten Saisonsieg der "Athletiker" perfekt.

LASK Linz - FK Austria Wien Endstand 4:0 (2:0). Stadion der Stadt Linz, 11.100, SR Einwaller
Torfolge: 1:0 (35.) Vastic, 2:0 (45.) Baur, 3:0 (70.) Mijatovic, 4:0 (88.) Wallner

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Sturm Graz - Red Bull Salzburg
Sturm Graz hat am Donnerstag in der 35. und vorletzten Fußball-Bundesliga-Runde einen großen Schritt Richtung Europacup gemacht. Die Steirer bezwangen daheim Meister Salzburg mit 2:0 und schafften damit dank der gleichzeitigen Niederlage der Austria (0:4 gegen den LASK) den Sprung auf Rang drei. Die Treffer erzielten Hölzl (45.) und Kaufmann (95.).

Sollte die Austria am Sonntag das Cupfinale gegen die Admira gewinnen, dann würden Sturms Chancen auf einen Platz in der Europa-League-Qualifikation weiter steigen. Denn dann müsste Sturm "nur" mehr die Rieder (2:1-Sieger in Klagenfurt) in Schach halten. Allerdings treffen die Grazer in der letzten Runde am 31. Mai ausgerechnet auf die Oberösterreicher. Falls die Austria das Finale gewinnt, würde sogar eine knappe Niederlage reichen.

Verliert die Austria hingegen das Endspiel, dann muss Sturm am 36. und letzten Spieltag den dritten Rang gegen die Austria und die Rieder behaupten. Der Vorsprung auf die Austria (letzte Runde daheim gegen Kärnten) beträgt einen Punkt und auf die Rieder drei Punkte.

Salzburg-Goalgetter Janko blieb ohne Treffer und steht damit im Rennen um den Liga-Allzeit-Rekord von Rapid-Legende Krankl (41 Tore) unter Zugzwang. In der letzten Runde daheim gegen Altach benötigt Janko nun zwei Treffer, um die Krankl-Marke einzustellen und drei um sie noch zu übertreffen.

Etwas mehr als 15.300 Zuschauer - darunter die ÖFB-Teamchef-Assistenten Zsak und Peischl - sahen eine den sommerlichen Temperaturen angepasste, sehr zurückhaltende Anfangsphase, in der lediglich Janko mit einem Schuss aus der Drehung (10., knapp am langen Eck vorbei) für Gefahr sorgte. Sturm benötigte zwar im Kampf um einen Europa-League-Platz dringend Punkte, verlegte sich jedoch ausschließlich aufs Kontern.

Dementsprechend rar waren die Sturm-Chancen, Kandelaki verfehlte knapp das rechte Kreuzeck (29.) und Muratovic scheiterte am überragend reagierenden Gustafsson (39.). Doch der Pausenstand gab der Taktik von Sturm-Trainer Foda recht, denn Sekunden vor dem Halbzeitpfiff erzielte Hölzl das 1:0 für seine Truppe. Nach Querpass von Muratovic blockte Sekagya den ersten Hölzl-Versuch ab, beim Nachschuss des ÖFB-Teamspielers waren Sekagya und Gustafsson dann aber chancenlos (45.).

Durch den Hölzl-Treffer war nach dem Wechsel von Beginn weg weit mehr Dampf im Spiel. Im Salzburg-Tor verhinderte Gustafsson zweimal gegen Kaufmann das 0:2 (48., 65.), Kienzl vergab hauchdünn (73.) und Haas traf aus hauchdünner Abseits-Position (81.). Die Gäste suchten - wie vor dem Match angekündigt - immer wieder mit hohen Bällen Janko, doch dieser konnte sich an diesem Tag nie entscheidend in Szene setzen und scheiterte an Gratzei (50.) bzw. verzettelte sich (53.). In der Nachspielzeit glückte den Hausherren noch das 2:0, nach Muratovic-Flanke und Hassler-Kopfball staubte Kaufmann zum 2:0 ab (95.).

SK Sturm Graz - Red Bull Salzburg Endstand 2:0 (1:0). Graz, UPC-Arena, 15.327 (ausverkauft), SR Stuchlik.
Torfolge: 1:0 (45.) Hölzl, 2:0 (95.) Kaufmann

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Rapid - SV Mattersburg
Der SV Mattersburg hat sich mit einem 3:2-Auswärtssieg bei Rapid Wien den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga praktisch gesichert. Vor der letzten Runde haben die Burgenländer drei Punkte Vorsprung (und die klar bessere Tordifferenz) auf Altach, das zudem letzten Spiel allerdings bei Meister Salzburg antreten muss, während Mattersburg daheim gegen den LASK spielt. Prominenter Gast im Hanappi-Stadion war übrigens Teamstürmer Marko Arnautovic. Der Angreifer von Twente Enschede, der derzeit bei Inter Mailand im Gespräch sein soll, war aber zu keiner Stellungnahme zu seiner Zukunft bereit.

Rapid hatte vor allem in der ersten Hälfte enttäuscht und war nach 45 Minuten 0:1 zurückgelegen. Trainer Peter Pacult - für den es das 100. Bundesligaspiel auf der Rapid-Bank war - brachte zur Pause Christopher Trimmel und Nikica Jelavic und setzte mit vier Stürmern alles auf eine Karte. Jelavic sorgte bereits nach fünf Minuten der zweiten Hälfte für den Ausgleich, doch danach ging Rapid unter. Cem Atan (64.) und Michael Mörz (67./Elfmeter) sorgten für den erst zweiten Sieg im Hanappi-Stadion in der Mattersburger Clubgeschichte und den ersten Auswärtssieg der Saison.

Man merkte dem Rekordmeister an, dass er fast eine gesamte Elf vorgeben musste. Neben Kapitän Steffen Hofmann fielen Stefan Kulovits, Markus Heikkinen, Tanju Kayhan, Martin Hiden, Mario Tokic, Markus Katzer, Branko Boskovic, Christopher Drazan und Rene Gartler aus. Von den Standard-Mittelfeldspielern stand nur Yasin Pehlivan auf dem Platz. Jürgen Patocka führte Rapid erstmals als Kapitän aufs Feld.

Der Kapitän fiel mehrfach durch Unsicherheiten auf. In der 18. Minute hatte er noch Glück, als Ilco Naumoski seinen Fehler nicht nutzte und den Ball an die Latte knallte. Doch zehn Minuten später zögerte Patocka bei einem weiten Ball abermals, Naumoski entwischte ihm und gab Patocka gar noch das Gurkerl. Michael Mörz drückte Naumoskis Hereingabe zur Mattersburger Führung über die Linie.

Rapid war vor allem durch Einzelaktionen von Erwin Hoffer gefährlich. In der 16. Minute setzte sich der ÖFB-Teamstürmer links vor dem Tor durch, Mattersburg-Goalie Roland Gerdenitsch wehrte seinen kraftvollen Schuss aber ab. Knapp vor der Pause setzte Hoffer (43.) den Ball alleine vor dem Tor drüber. Auch in der zweiten Hälfte hatte Hoffer die Möglichkeit auf ein Tor. Er eilte in der 53. Minute der Mattersburger Abwehr davon, umkurvte Gerdenitsch, scheiterte jedoch am auf der Linie postierten Goce Sedloski.

Nach einem Fehler von Yasin Pehlivan und zögerlichen Attacken von Hannes Eder und Patocka brachte Atan (64.) daher Mattersburg in Führung. Nur drei Minuten später kam Patocka erneut gegen Atan zu spät und sperrte den Stürmer - Elfmeter. Michael Mörz verwandelte sicher, das Match schien entschieden.

Mattersburg-Torhüter Gerdenitsch brachte Rapid aus dem Nichts wieder zurück ins Spiel, als er in der 75. Minute eine Freistoßflanke von Veli Kavlak fallen ließ. Eder brauchte aus einem Meter nur den Kopf hinzuhalten, um den Anschlusstreffer zu erzielen. In der Schlussviertelstunde war Rapid glücklos. Die einzige Chance vergab Stefan Maierhofer (89.), der eine Flanke von Jelavic direkt übernahm, aber über das Tor schoss.

SK Rapid Wien - SV Mattersburg Endstand 2:3 (0:1). Wien, Hanappi-Stadion, 17.000, SR Hofmann.
Torfolge: 0:1 (28.) Mörz, 1:1 (50.) Jelavic, 1:2 (64.) Atan, 1:3 (67.) Mörz (Elfmeter), 2:3 (75.) Eder

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Austria Kärnten - SV Ried (Do., 15.30 Uhr)
Austria Kärnten hat am Donnerstag in seinem letzten Heimspiel der laufenden Saison der Fußball-Bundesliga in der Hypo-Group-Arena eine Führung aus der Hand gegeben und schließlich mit einem 1:2 (1:0) gegen Ried die fünfte Niederlage en suite bzw. auch daheim kassiert. Während die Kärntner dennoch fix Sechster bleiben, hat Ried nun weiter eine Chance auf einen Europacup-Platz. Um diese Chance geht es in der letzten Runde daheim gegen Sturm Graz.

Bei den Gastgebern begann Goalie Heinz Weber zum ersten Mal in dieser Saison und stand auch schon bald im Mittelpunkt, einen Freistoß von Drechsel parierte der Schlussmann gerade noch mit den Fingerspitzen. 18 Minuten später war Weber mit einer tollen Parade wieder auf dem Posten, als ihn Salihi nach einem Pusztai-Fehler ordentlich prüfte.

In der 40. Minute ließ Pusztai seinen Fehler vergessen. Nach einer Hereingabe von Ortlechner verfehlte der Rieder Torhüter Gebauer den Ball, Pusztai fixierte per Kopf die Führung der Kärntner. In der zweiten Hälfte lief das Spiel weiter auf eher niedrigem Niveau ab, ehe Sandro in der 75. Minute leichtfertig die Chance auf das 2:0 vergab und damit für den Gegner den Umschwung ermöglichte.

Denn nur eine Minute später erzielte der erst wenige Minuten davor eingewechselte Mader von der Strafraumgrenze über den etwas zu weit vor dem Tor stehenden Weber den Ausgleich und in der ersten Minute der Nachspielzeit glückte Salihi sogar noch der Sieg, nachdem er einen abgeblockten Huspek-Schuss über die Linie drückte. Als Fünfte liegen die Innviertler vor der Schlussrunde nun zwei Zähler hinter Cup-Finalist Austria und deren drei hinter Sturm.

Kärnten ist nun schon seit neun Runden sieglos, holte in diesem Zeitraum lediglich einen Punkt. Immerhin gelang der Truppe von Trainer Frenkie Schinkels nach drei Spielen ohne Torerfolg wieder ein Treffer. Die schwarze Serie gegen Ried hält allerdings an, gegen die Oberösterreicher wurde bei drei Remis und nun fünf Niederlagen noch nie gewonnen. Das ernüchternde Torverhältnis aus Kärntner Sicht in direkten Duellen lautet 3:14.

Ried hat die um fünf Treffer schlechtere Tordifferenz als Sturm, müsste die Grazer am Pfingstsonntag (31. Mai) also mit zumindest drei Treffern Unterschied besiegen, um an ihnen noch vorbeizuziehen.

SK Austria Kelag Kärnten - SV Joko Ried Endstand 1:2 (1:0). Hypo-Group-Arena, 4.510, SR Lechner
Torfolge: 1:0 (40.) Pusztai, 1:1 (75.) Mader, 1:2 (91.) Salihi

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SCR Altach - SV Kapfenberg
Den höchsten Saisonsieg gab es in der 35. Runde der Fußball-Bundesliga am Donnerstag für den SCR Altach, aber im Ländle trotzdem nichts zu feiern. Denn wegen ausbleibender Schützenhilfe von Vizemeister Rapid (2:3 gegen Mattersburg) wird die Vorarlberger auch der 5:1 (3:1)-Heimsieg über den SV Kapfenberg nicht vor dem Abstieg retten.

Die Altacher brauchen bei drei Punkten Rückstand und der um sechs Treffern schlechteren Tordifferenz gegenüber Mattersburg ein kleines Fußball-Wunder, um den Klassenerhalt doch noch zu schaffen. Die Mannschaft von Georg Zellhofer muss in der abschließenden Runde am 31. Mai bei der Meisterfeier von Red Bull Salzburg auswärts (hoch) siegen und hoffen, dass der LASK in Mattersburg klar gewinnt. Wahrscheinlicher aber ist, dass Altach nach drei Jahren in der Bundesliga in die Erste Liga muss.

Dabei taten die Heimischen gegen die ersatzgeschwächten Kapfenberger am Donnerstag alles, um ihre Chance zu wahren. Die Altacher hatten ihren Spaß mit der löchrigen Kapfenberger Abwehr, vor allem die beiden Stürmer. Der Tscheche Tomas Jun mit einem Tor und zwei Torvorlagen und der Montenegriner Srdjan Radonjic mit zwei Treffern sorgten schon vor der Pause für eine Vorentscheidung zugunsten der Altacher.

Der SCR hatte einen Start nach Wunsch. Jun verwertete eine Hereingabe von Stephan Kling mit dem rechten Knie zum 1:0 (6.). Thomas Schönberger gelang zwar in der 20. Minute nach einem Eckball von Michael Liendl per Kopf der Ausgleich, ehe Radonjic zuschlug. Der Montenegriner verwertete in der 33. und in der 40. Minute jeweils einen Pass von Jun zur 3:1-Pausenführung. Nach der Pause legten Dursun Karatay (56.) und Petr Vorisek (57.) mit einem Doppelschlag nach.

Das Spiel war damit entschieden, aber wohl auch die Abstiegsfrage. Bezeichnenderweise begleitete ein Gewitterregen in der Schlussphase den voraussichtlichen Heim-Abschied der Altacher aus Bundesliga.

Cashpoint SCR Altach - Kapfenberger SV Superfund Endstand 5:1 (3:1). Altach, Cashpoint-Arena, 6.951, SR Grobelnik.
Tore: 1:0 ( 6.) Jun, 1:1 (20.) Schönberger, 2:1 (33.) Radonjic, 3:1 (40.) Radonjic, 4:1 (56.) Karatay, 5:1 (57.) Vorisek

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