Wettskandal in der Bundesliga

Vier Spiele manipuliert

Wettskandal in der Bundesliga

Der deutsche Wettskandal hat Österreich erreicht. Wie die Betrüger agiert haben.

Es geht um Spielmanipulationen, Bestechungsgelder und Gewinne in Millionenhöhe. Wenn dem „Wettpaten“ Ante Sapina (35) und seinem Helfer Marijo C. am 21. März in Bochum der Prozess wegen Hunderter manipulierter deutscher Fußballspiele gemacht wird, sitzt auch der österreichische Fußball auf der Anklagebank.

400.000 € auf Niederlage
Der Grund: Laut Anklageschrift sollen Sapina und C. (beide sitzen in U-Haft) im Jahr 2009 auch drei Spiele der Österreichischen Bundesliga und ein Spiel der Zweiten Liga manipuliert und damit Hunderttausende Euro gewonnen haben (Details rechts). Konkret betroffen sind Bundesligist Kapfenberger SV und Zweitligaverein TSV Hartberg. Die mutmaßlichen Betrüger sollen jeweils einen oder mehrere Spieler der Vereine bestochen haben, damit diese absichtlich verlieren. Dann setzten die Zockerkönige bei asiatischen Wettanbietern bis zu 400.000 Euro auf Niederlagen und kassierten ab.

200.000 Euro „Belohnung“
Eine Schlüsselrolle soll der ehemalige Kapfenberg-Verteidiger Mario M. (34) spielen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, 200.000 Euro an Bestechungsgeldern erhalten und Teile davon an seine Mannschaftskollegen verteilt zu haben.

M., der mittlerweile bei Columbia in Wien spielt, weist im Gespräch mit ÖSTERREICH alle Vorwürfe von sich. „Ich bin einvernommen, aber nicht zum Richter vorgeladen worden. Es ging um ein Match. Ich habe der Polizei gesagt, dass ich weder Sapina noch C. kenne und dass ich auch nicht von Mittelsmännern kontaktiert worden bin. Ich bin unschuldig. Ich wurde auch nie gefragt, ob ich ein Spiel manipulieren will.“

Die Österreichische Bundesliga sagt: „Es gab bisher keine offiziellen Informationen an den Verband. Der ÖFB unterstützt alle etwaigen Anfragen von Behörden.“

Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

J. Prüller, R. Heßbrügge

Waren diese vier Spiele geschoben?

Vier Spiele in Österreich sollen 2009 manipuliert worden sein.

  • Kapfenberg – Salzburg (0:4): Die Betrüger sollen mehreren Spielern 80.000 Euro gezahlt haben, damit sie mit mindestens drei Toren Unterschied verlieren. Sie kassierten kräftig ab.
     
  • Kapfenberg – Rapid (0:1): Die Wettmafia setzte 246.000 Euro, aber erhielt nur 70.000 Euro zurück, weil sie auf eine höhere Niederlage spekulierte. Sapina gab zu, das Spiel gekauft zu haben.

  • Kapfenberg – Austria (1:0): Ex-Kapfenberg-Spieler M. soll vor dem Match 140.000 Euro als Motivationsspritze erhalten haben. Sapina verlor durch den Sieg 312.000 Euro.
     
  • Red Bull Juniors – Hartberg (7:0): Mehrere Spieler bestochen. Die Betrüger kassierten über 650.000 Euro.