Fernando Alonso

Formel 1

Ferrari-Heimsieg von Alonso in Monza

Button vor Massa und Vettel Zweiter - Red Bull-Webber WM-Leader.

Der Formel-1-Grand-Prix von Monza hat am Sonntag das WM-Spitzenfeld um einiges enger zusammengebracht. Der 29-jährige Spanier Fernando Alonso feierte als insgesamt 10. Ferrari-Pilot im Autodromo Nazionale einen Heimsieg, wobei er das Rennen auch mit Hilfe seiner Mechaniker in der Box gewann. Platz drei holte hinter McLaren-Pilot Jenson Button mit dem Brasilianer Felipe Massa der zweite Ferrari-Fahrer. Die Top Fünf liegen in der WM nur 24 Punkte auseinander, die Führung übernahm mit Rang sechs Mark Webber im Red Bull.

Hamilton früh ausgeschieden
sUnd das nicht nur wegen einer kämpferisch guten Leistung, sondern vor allem durch das frühe Out des bisherigen Leaders Lewis Hamilton. Der Engländer musste seinen McLaren schon in Runde eins neben der Strecke parken, nachdem er die Radaufhängung seines Wagens bei einem Überholversuch in der Schikane beschädigt hatte. Auf Platz vier liegend war Hamilton mit dem vor ihm fahrenden Massa touchiert. Schon zwei Rennen davor in Ungarn war Hamilton ausgeschieden, danach gewann er in Spa.

Reifenwechsel brachte Entscheidung
Durch Hamiltons Ausscheiden blieben die Top Drei bis zur 37. von 53 Runden unverändert. Button hatte den besseren Start als Pole-Position-Mann Alonso erwischt und sich an die Spitze gesetzt. Der Iberer und dahinter Massa hielten einigermaßen mit dem Führenden mit, der Abstand zum Rest des Feldes vergrößerte sich sukzessive. Die obligatorischen Reifenwechsel sollten dann aber einen Umesturz bzw. die Vorentscheidung bringen.

Mechaniker angefahren
Die Boxen-Stopps der Spitzen-Piloten kamen recht spät, nicht nur wegen der nicht langsamer werdenden Reifensätze. Denn nachdem ein Mechaniker beim Boxenstopp des japanischen Hispania-Fahrers Sakon Yamamoto angefahren worden war, musste die Boxenstraße wegen des erforderlichen Ambulanz-Einsatzes gesperrt worden. Danach eröffnete Button in Runde 37 die Boxen-Action. Eine Runde danach kam Alonso herein und reihte sich nach hartem Zweikampf minimal vor Button ein.

"In der Garage überholt"
Damit waren die Positionen bezogen, der eine weitere Runde danach zum Wechsel gekommene Massa blieb Dritter. "Wir haben heute in der Garage überholt", wusste Alonso nach dem ersten Ferrari-Sieg in Monza seit dem diesmal neuntplatzierten Michael Schumacher 2006, bei wem er sich für seinen dritten Saisonsieg nach Sakhir und Hockenheim zu bedanken hatte. "Unser Team hat einen großartigen Job gemacht." Der Sieger stufte seinen Triumph wie einen in seiner Heimat in Barcelona ein, lobte auch Button: "Er ist gut gefahren, hat es für uns anstrengend gemacht."

Alonso holte knapp drei Sekunden vor Button seinen insgesamt 24. Grand-Prix-Sieg, Massa lag im Ziel weitere rund 1,3 Sekunden zurück. Beachtlich schlug sich vor den Augen von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz Sebastian Vettel als Vierter, liegt doch die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Monza den "Roten Bullen" nicht. Der Deutsche brachte sein Auto erst in der letzten Runde in die Box. Sein australischer Teamkollege Mark Webber wurde hinter dem deutschen Mercedes-Piloten Nico Rosberg Sechster, übernahm fünf Rennen vor Schluss mit 187 Punkten die WM-Führung.

Hamilton liegt nun fünf Punkte hinter Webber, Alonso ist mit 166 Zählern einen Punkt vor Button Dritter. Vettel liegt als Fünfter innerhalb eines Sieges hinter seinem führenden Teamkollegen. Vor dem Italien-Grand-Prix waren zwischen Erstem und Fünftem 41 Punkte gelegen, die Spannung in der Titelentscheidung ist also weiter angestiegen. Schon beim Grand Prix in Singapur am 26. September ist im Kampf um die WM-Spitze viel möglich.

Jedenfalls sollten die Red Bull dort wieder konkurrenzfähiger sein, was Motorsportchef Helmut Marko bestätigte. "Wir wollen jetzt in Singapur oder Japan endlich einmal Eins, Zwei machen", erklärte der Österreicher, mit Red Bulls Monza-Abschneiden war er zufrieden. "Wir haben das Pech gehabt, dass die Positionen nach dem Start schlecht waren, von diesen haben wir uns super nach vorne gearbeitet. Was wir erreicht haben, ist für Monza für uns okay."

Für Diskussionen hatte Red Bull in Runde 21 gesorgt, als Vettel über Funk Motorenprobleme meldete, langsamer wurde und Webber folglich Rang sieben überlassen hat. Kurz darauf war bei Vettels Red Bull aber scheinbar wieder alles in Ordnung, fuhr er doch seine bis dahin schnellste Rundenzeit. Unweigerlich gab es Gedanken an eine versteckte Teamorder, erst am Mittwoch hatte der Weltverband FIA ja Ferrari in der Hockenheim-Affäre glimpflich davonkommen lassen. Andererseits hat sich Red Bull bisher - offiziell - nicht auf einen Nummer-1-Fahrer festgelegt.

Endstand Grand Prix von Italien
1. Fernando Alonso (ESP)     Ferrari         1:16:24,572    Durchschnittsgeschw.:     240,849 km/h
2. Jenson Button (ENG)       McLaren             +02,938
3. Felipe Massa (BRA)        Ferrari             +04,223
4. Sebastian Vettel (GER)    Red Bull            +28,196
5. Nico Rosberg (GER)        Mercedes            +29,942
6. Mark Webber (AUS)         Red Bull            +31,276
7. Nico Hülkenberg (GER)     Williams            +32,812
8. Robert Kubica (POL)       Renault             +34,028
9. Michael Schumacher (GER)  Mercedes            +44,948
10. Rubens Barrichello (BRA) Williams           +1:04,213
11. Sébastien Buemi (SUI)    Toro Rosso         +1:05,056
12. Vitantonio Liuzzi (ITA)  Force India        +1:06,106
13. Witali Petrow (RUS)      Renault            +1:18,919
14. Pedro de la Rosa (ESP)   Sauber              +1 Runde
15. Jaime Alguersuari (ESP)  Toro Rosso          +1 Runde
16. Adrian Sutil (GER)       Force India         +1 Runde
17. Timo Glock (GER)         Virgin             +2 Runden
18. Heikki Kovalainen (FIN)  Lotus              +2 Runden
19. Sakon Yamamoto (JPN)     Hispania           +2 Runden
20. Lucas di Grassi (BRA)    Virgin             +2 Runden

Ausgeschieden: Lewis Hamilton (ENG) McLaren, Kamui Kobayashi (JPN) Sauber, Bruno Senna (BRA) Hispania, Jarno Trulli (ITA) Lotus

Schnellste Rennrunde: Fernando Alonso 1:24,139 (52. Runde)

WM-Stand (nach 14 von 19 Rennen):
1. Mark Webber (GBR)        Red Bull     187
2. Lewis Hamilton (ENG)     McLaren      182
3. Fernando Alonso (ESP)    Ferrari      166
4. Jenson Button (ENG)      McLaren      165
5. Sebastian Vettel (GER)   Red Bull     163
6. Felipe Massa (BRA)       Ferrari      124
7. Nico Rosberg (GER)       Mercedes     112
8. Robert Kubica (POL)      Renault      108
9. Michael Schumacher (GER) Mercedes      46
10. Adrian Sutil (GER)       Force India   45
11. Rubens Barrichello (BRA) Williams      31
12. Kamui Kobayashi (JPN)    Sauber        21
13. Witali Petrow (RUS)      Renault       19
14. Nico Hülkenberg (GER)    Williams      16
15. Vitantonio Liuzzi (ITA)  Force India   13
16. Sebastien Buemi (SUI)    Toro Rosso     7
17. Pedro de la Rosa (ESP)   Sauber         6
18. Jaime Alguersuari (ESP)  Toro Rosso     3

Konstrukteurs-WM (nach 14 von 19 Rennen)
1. Red Bull               350
2. McLaren-Mercedes       347
3. Ferrari                290
4. Mercedes               158
5. Renault                127
6. Force India             58
7. Williams                47
8. Sauber                  27
9. Toro Rosso              10

Nächstes Rennen: GP von Singapur am 26. September in Singapur