Lauda: »Mein Vater fehlt mir extrem«

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Lauda: »Mein Vater fehlt mir extrem«

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Mit 40 Jahren tauscht Mathias Lauda das Cockpit mit dem ServusTV-Expertenmikro.

Beim Blick Richtung Niki-Lauda-Kurve wird der Sohn der 2019 verstorbenen F1-Legende nachdenklich: „Zum letzten Mal hier war ich vor vier Jahren als Gast. Mit meinem Vater ...“

ÖSTERREICH: Wie finden Sie es, dass inzwischen eine Kurve nach Ihrem Vater benannt wurde?
Mathias LAUDA: Find ich super. Die Kurve 1 ist die beste, die wichtigste Kurve der Strecke, sie wird für immer an meinen Vater ­erinnern.

ÖSTERREICH: Wie oft werden Sie an ihn erinnert?
LAUDA: Es vergeht nicht ein Tag, an dem ich nicht an meinen Vater denke, er ist immer da. Oft vergisst man, dass er nicht mehr da ist. Dann wart ich, dass er anruft oder um die Ecke kommt. Es tut weh, und er fehlt mir extrem. Er ist der große Chef in unserer ­Familie, der immer alles weiß, der auf alle Fragen die perfekte Antwort hat und alles auf den Punkt bringt. Seine Ratschläge braucht man auch, wenn man älter ist und selbst Familie hat.

ÖSTERREICH: Toto Wolff fragt sich immer wieder: Was hätte Niki gemacht? Sie auch?
LAUDA: Auf jeden Fall – bei großen und kleinen Entscheidungen. Auf eine Antwort wäre ich besonders gespannt gewesen: Wie hätte er sich in der Corona-Krise verhalten?

ÖSTERREICH: Und, was vermuten Sie?
LAUDA: Am Anfang hätte er wahrscheinlich gesagt: „Scheiß drauf, wir müssen normal weitermachen.“ Als er gemerkt hätte, dass es ernst wird auf der ganzen Welt, hätte er sich vermutlich auch nicht eingesperrt daheim. Er wollte immer raus, fliegen und so weiter.

ÖSTERREICH: Wird der Experten-Job möglicherweise Ihre zweite Karriere?
LAUDA: Mal schauen ... Red Bull hat mich immer unterstützt. Als mich ServusTV gefragt hat, ob ich für die nächsten Rennen einspringen will, war für mich klar: Das mach ich, ich freu mich auf die beiden Rennen hier!

ÖSTERREICH: Verstappen oder Hamilton – wer wird das Rennen machen?
LAUDA: Es ist wie zur Zeit meines Vaters, als plötzlich der junge Prost da war. Oder bei Senna und Schumacher, der vom jungen Alonso abgelöst wurde. Es schaut ein bissl danach aus, als ob jetzt die Zeit vom Max kommen könnte. Er macht keinen Fehler und hat einen Lauf. Mercedes zeigt zum ersten Mal Nerven. Knut Okresek

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