Helmut Marko

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Marko: »Lewis ist im Zenit, Max wird noch viel stärker«

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ÖSTERREICH erreichte einen leicht angespannt wirkenden Bullen-Boss am Telefon. 

ÖSTERREICH: Herr Marko, hatten Sie inzwischen Zeit, sich vom Stress der vergangenen Saison zu erholen?

HELMUT MARKO: Ich hab es zumindest versucht, indem ich viel Zeit beim Waldarbeiten verbracht habe. Aber jetzt bin ich schon wieder auf die Testfahrten fokussiert. Erst danach kann ich sagen, wo wir stehen.

ÖSTERREICH: Es heißt, bei der Präsentation des RB18 hätten wir nur eine Verpackung, die nichts mit dem eigentlichen 2022er-Boliden zu tun hat, gesehen. Verraten Sie uns mehr?

MARKO: Wir haben eine derart gigantische Reglementänderung, dass man sich aufgrund der Simulation schwer einen echten Eindruck machen kann.

ÖSTERREICH: Aber wo Max steht, wissen Sie, oder?

MARKO: Er ist jetzt Weltmeister, und er wird noch stärker werden.

ÖSTERREICH: Das behauptet auch Lewis Hamilton, der es nach dem so knapp verspielten Titel allen zeigen will ...

MARKO: Hamilton hat eine unglaublich zweite Saisonhälfte abgeliefert. Ich kann mir kaum vorstellen, dass er noch lange auf diesem Niveau fahren kann. Er ist jetzt im Zenit angelangt, langsam kommt das Alter ins Spiel.

ÖSTERREICH: Nicht zuletzt dank Ihrer Beharrlichkeit und vieler Flüge nach Japan konnten Sie Honda überzeugen, Red Bull weiter Motoren zu liefern. Wie geht's da weiter?

MARKO: Vorerst haben wir nur die Zusage für das laufende Jahr 2022. Die Pandemie hat es mir zuletzt leider unmöglich gemacht rüberzufliegen. Aber so wichtige Kontakte muss man pflegen.

ÖSTERREICH: Letzte Frage: Was sagen Sie zur Absetzung von Michael Masi als F1-Rennleiter?

MARKO: Dass man ihn so abgesägt hat, halte ich nicht für richtig. Man hätte nicht Masi als Person, sondern seine Jobdefinition infrage stellen müssen. Inzwischen wird im Hintergrund nach einer modernen Lösung wie im Fußball, mit Videobeweis usw., gearbeitet. Das ist der Weg der Zukunft.

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