Anfang der Woche bestätigte Snowboard-Olympiasieger Benjamin Karl, dass er von einem Olympiastart im Cyclocross träumt. Der 40-Jährige dürfte aber noch viel größere Ziele haben.
Es war eine der überraschenden Meldungen der Woche. Benjamin Karl, der mit dem Ende der Weltcup-Saison sein Snowboard nach dem zweiten Olympia-Triumph in die Ecke stellen wird, will mit 40 eine neue Karriere starten: als Radprofi!
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Erstes große Ziel für Karl ist es, im Cyclocross Fuß zu fassen. Die brutale Gelände-Variante auf zwei Rädern (früher: Querfeldein) soll 2030 erstmals ins Programm der Olympischen Winterspiele aufgenommen werden. In den französischen Alpen, wo die nächsten Spiele über Bühne gehen werden, macht man sich bereits auf die Suche nach möglichen Strecken. Die Entscheidung über die mögliche Aufnahme erfolgt im Juni.
Mit Schweizer Profiteam zur Tour de France?
Doch Karl träumt offenbar auch von einer Karriere als Straßenrad-Profi. Laut dem Schweizer Insider-Portal nau.ch soll sogar schon ein absolutes Spitzenteam als möglicher Arbeitgeber für Karl in Frage kommen.
Demnach könnte ein Engagement bei Tudor Procycling, dem Team von Ex-Weltmeister Fabian Cancellara, das eine Wildcard für alle World-Tour-Rennen besitzt und den Aufstieg in die absolute Rad-Elite anstrebt, im Raum stehen. Der Besitzer des Rennstalls ist niemand Geringerer als der dreifache Paris-Roubaix-Sieger Fabian Cancellara.
Österreicher als Teamkollege?
Derzeit steht neben zahlreichen Stars, wie Julian Alaphilippe oder Marc Hirschi und mit Marco Haller auch ein Österreicher unter Vertrag. Möglicherweise bekommt er schon bald einen Landsmann als Teamkollegen.
Für Karl ("Vielleicht bin ich schon ab 23. März Radprofi") heißt das Hauptziel Olympia-Start 2030, wo er sich mit Giganten wie Mathieu van der Poel messen könnte. Natürlich ist dem Doppel-Olympiasieger klar, dass es zuerst einmal "viel Infrastruktur und Training" braucht, ehe er bei den Profis an den Start gehen kann.
"Will nicht dastehen wie der komplette Dodel"
Der passionierte Radfahrer, der bereits bei Events wie dem Ötztaler Radmarathon (239 km/5.500 Höhenmeter) oder dem Race Around Austria beeindrucken fasst seine Pläne auf zwei Rädern zusammen: "Wenn ich es als 40-Jähriger schaffen kann irgendwie Fuß zu fassen, so dass ich nicht dastehe wie der komplette Dodel und mich mit 43, 44 vielleicht für Olympia im Cyclocross qualifizieren kann, wäre das einfach eine Sensation. Das wäre ein Sieg für mich, fast ebenbürtig mit einer Goldmedaille."
Auf dem Weg zum möglichen Olympia-Abenteuer will Karl auf der Straße Gas geben: "Vielleicht davor bei einem der Monumente des Radsports, einer Rundfahrt, mal schaue." Aussagen, die zeigen, wie ernst es der Niederösterreicher meint und dass er auch in seiner zweiten Sport-Karriere gleich nach den Sternen greift.