Lewis jagt in der Wüste den Pole-100er

Formel 1 GP von Bahrain

Lewis jagt in der Wüste den Pole-100er

Noch drei Rennen an drei Wochenenden: In Bahrain biegt die F1-Saison in die Zielgerade. Rekord-Weltmeister Hamilton peilt auf der Wüstenstrecke die nächsten Bestmarken an.

Im Fokus beim Wüsten-Spektakel unter Flutlicht steht Rekord-Weltmeister Lewis Hamilton. Die große Frage: Werden wir den erfolgreichsten Formel-1-Piloten aller Zeiten auch nächstes Jahr noch in Aktion erleben? Noch ist die Verlängerung mit Mercedes (von der Teamchef Toto Wolff ausgeht) nicht offiziell.
 

Für 100. GP-Sieg muss Hamilton verlängern

"Noch hab ich einiges vor", beruhigt Hamilton seine Fans. Die nächsten Rekorde sind zum Greifen nah. Mit jeder neuen Pole baut der 45-Jährige seine eigene Bestmarke (derzeit 97) aus. Im Idealfall geht sich beim Finale in Abu Dhabi (13. Dezember) der "Hunderter" weiter aus. Um es auf 100 GP-Siege zu bringen, muss Hamilton mindestens ein Jahr anhängen. Mit bisher 94 Siegen ist Hamilton auch so schon in einer eigenen Kategorie. Und lange noch nicht satt. Mercedes-Boss Wolff schwärmt über "die Art und Weise, mit der Lewis zuletzt in Istanbul vom 6. Startplatz aus gewonnen und seinen 7. WM-Titel fixiert hat. Damit hat er seinen Platz unter den weltweit besten Athleten der Geschichte des Sports weiter einzementiert."
 
Interview mit Helmut Marko
 
 

Marko: »Wir haben Siege verschenkt«

 
Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko hat die laufende Saison längst abgehakt.
 
© Getty
 
Beim Holzarbeiten in seiner Grazer Forstwirtschaft tankte der Steirer Kraft für den letzten "Triple-Header" der verrückten Corona-Saison. Nach dem GP der Türkei, bei dem sein Top-Pilot einmal mehr mit Pech einen Sieg verpasste, war der rüstige 77-Jährige noch schnell in Japan, um eine Lösung in der Motoren-Frage zu finden. Sonst steht Red Bull ab 2022 ohne Motor da
 
ÖSTERREICH: Herr Marko, wie haben Sie die verrückte Corona-Saison durchgedrückt?
 
Helmut Marko: Indem ich mein Programm durchgezogen habe. Ich bin gesund, das ist das Wichtigste.
 
ÖSTERREICH: Konnten Sie bei Ihrem Besuch im Honda-Werk etwas erreichen?
 
Marko: Noch ist keine Entscheidung gefallen, aber Anfang Dezember sollten wir wissen, in welche Richtung es geht. Das bestehende Reglement ist zu teuer und zu kompliziert. Wenn die FIA neue Motorenhersteller will, dann muss es simpler und billiger werden. Wenn wir mit Honda (beendet Ende 2021 das Formel-1-Engagement, d. Red.) weitermachen, dann geht das nur, wenn das aktuelle Reglement über 2021 hinaus eingefroren wird und wir nur Servicearbeiten benötigen. ÖSTERREICH: Sind Hamilton und Mercedes überhaupt zu besiegen? MaRko: Gerade zuletzt in der Türkei haben wir gezeigt, dass wir siegfähig wären, aber wir dürfen die Siege nicht so leichtfertig herschenken. Max Verstappen hätte auch in Mugello oder in Imola gewinnen können. Bei Mercedes hab ich mich schon öfter gefragt: Warum geht denen alles auf? Irgendwann sollte das Glück auch zu uns zurückkommen.
 
ÖSTERREICH: Max Verstappen wollte heuer unbedingt jüngster Weltmeister werden, was sich im nächsten Jahr nicht mehr ausgehen kann, weil er dann zu alt ist. Wird er nicht irgendwann die Motivation verlieren?
 
Marko: Da müssen Sie sich keine Sorgen machen. Max hat genug Motivation. Und wir werden alles tun, dass w ir ihm ein Auto hinstellen, mit dem er 2021 Weltmeister werden kann. Das bleibt das große Ziel.