Gay holt dritte Goldmedaille

4x100-m-Staffel

Gay holt dritte Goldmedaille

Tyson Gay zieht mit Greene gleich: In Osaka holte der 100 und 200-m-Weltmeister auch Gold mit der 4x100-m-Staffel. Sebrle gewinnt den Zehnkampf.

Der erfolgreichste männliche Athlet der WM ist Tyson Gay, der mit Darvis Patton, Wallace Spearmon und Schlussläufer Leroy Dixon die Staffel in der Jahresweltbestzeit von 37,78 Sekunden vor Jamaika (37,89/mit Asafa Powell) gewann. "Mein Ziel war, für unseren letzten Läufer die größtmögliche Führung rauszuholen. Unsere Übergabe war nicht die Beste, deshalb habe ich ihn ein bisschen gepusht und angefeuert, und er überquerte als Erster die Linie. Es fühlt sich großartig an, das ist Teamwork", sprach Gay euphorisch. Als zuvor bisher einziger Athlet hat Maurice Greene (USA) 1999 in Sevilla drei Sprint-Goldmedaillen (100, 200 und 4 x 100 Meter) bei einem Event gewonnen.

Bei den Frauen siegte ebenfalls die USA (41,98/JWBZ) vor Jamaika (42,01), 200-m-Weltmeisterin Allyson Felix war damit in Osaka ein weiteres Mal gegen 100-m-Goldmedaillengewinnerin Veronica Campbell erfolgreich. "Heute war ich eine Teamspielerin, es hat großen Spaß gemacht, ich freue mich sehr über diese Goldmedaille. Ich bin auch für die 4x400 bereit", erklärte Felix.

Sebrle gewinnt Zehnkampf
Den längst überfälligen Weltmeistertitel hat sich am Samstag bei der 11. Leichtathletik-WM in Osaka Zehnkampf-Weltrekordler und Olympiasieger Roman Sebrle geholt. Der Tscheche, 2003 in St. Denis/Paris und 2005 in Helsinki jeweils Zweiter, setzte sich nach der neunten Disziplin an die Spitze und fightete im abschließenden 1.500-m-Lauf um sein Gold. Der überragende Tyson Gay siegte mit der US-Staffel über 4 x 100 m und gewann seinen dritten Titel in Japan.

Der 32-jährige Sebrle gewann mit 8.676 Punkten vor dem lange führenden Jamaikaner Maurice Smith (8.644) und dem Kasachen Dmitri Karpow (8.586). Mit 71,18 m im Speerwurf war Sebrle an Smith vorbeigezogen, der es nur auf 53,61 m gebracht hatte. Titelverteidiger Bryan Clay aus den USA hatte bereits am ersten Tag aufgegeben.

"Ein verrückter Wettkampf mit so vielen Auf und Abs. Nach dem Speerwurf habe ich wieder an den Sieg geglaubt, doch ich konnte mir nicht sicher sein. Diesen Titel habe ich mir so hart erkämpft wie keinen zuvor, ich bin überwältigt, nun habe ich eine volle Kollektion von Medaillen und Titeln", sagte der Tscheche, der nach dem so ersehnten Triumph minutenlang auf der Laufbahn gelegen war und vor sich sich hingelächelt hatte.

Stabhochsprung
Im Stabhochsprung der Männer ging die Goldmedaille an den 26-jährigen US-Amerikaner Brad Walker, der wie der französische Silbermedaillengewinner Romain Mesnil 5,86 m überquert hatte. Mit der Leistung von 5,81 m holte man entweder Bronze, wie es dem Deutschen Danny Ecker geglückt war, oder aber auch nur Platz acht, wie dessen Landsmann Tim Lobinger zur Kenntnis nehmen musste. "Es war ein phänomenaler Wettkampf, wir hatten großartige Bedingungen", war Walker begeistert.

In Abwesenheit der von Magenproblemen gequälten 10.000-m-Weltmeisterin und Titelverteidigerin Tirunesh Dibaba holte sich deren äthiopische Landsfrau Meseret Defar in 14:57,91 Minuten den Titel über 5.000 m vor den Kenianerinnen Vivian Cheruiyot (14:58,50) und Priscah Jepleting Cherono (14:59,21). "Ich wollte diese Goldmedaille unbedingt. Meine Taktik war, bis zu den letzten zwei Runden zu warten und dann mein Finish zu starten. Und nun bin ich Weltmeisterin", sagte die 23-jährige Olympiasiegerin. Zu Dibaba meinte sie: "Es tut mir leid, dass sie krank ist, aber sie hat eine Goldmedaille und ich habe ein, und so ist es gut."

Gehen
Das erste Geher-Gold für Australien in der Geschichte gab es dank Weltrekordler Nathan Deakes, der sich nach 50 km in 3:43:53 Stunden vor Yohan Diniz aus Frankreich durchsetzte. "Die letzten fünf Kilometer waren hart, aber ich habe es geschafft, ich hatte keine größeren Krisen während des Rennens, ich werde mich immer an das Gefühl erinnern, das ich hatte, als ich ins Stadion kam", sagte der 30-jährige, der aus Geelong, dem Heimatort von Österreichs Triathlon-Olympiasiegerin Kate Allen kommt. Aufgrund der Temperaturen und hohen Luftfeuchtigkeit hatte er in Osaka das Double nicht in Angriff gekommen, 2008 bei Olympia in Peking will er es allerdings versuchen.