Haider-Maurer nun gegen Muster

Gulbis sagt ab

Haider-Maurer nun gegen Muster

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In Wien kommt es damit zu einem Österreicher-Duell.

Ein Paukenschlag hat dem eigentlich weniger spektakulären ersten Spieltag bei der mit 650.000 Euro dotierten Bank-Austria-Trophy eine höchst kuriose Entwicklung gebracht. Der als Nummer 5 gesetzte Ernests Gulbis (EST) hat am Montagnachmittag, noch während die Qualifikation lief, aus "persönlichen Gründen" sein Antreten in Wien abgesagt. Dabei war der 1,90-m-Mann schon in Wien. In der Folge wurde Lucky Loser Haider-Maurer bei der Zulosung gemeinsam mit den Qualifikanten zum Erstrunden-Gegner von Thomas Muster am Dienstag (nicht vor 17.30 Uhr) bei dessen Comeback auf ATP-Tour-Level.

Turnierdirektor froh über Österreicher-Duell
"Jetzt spielen wir um den Davis Cup", war die erste, natürlich nicht ernst gemeinte Reaktion von Thomas Muster gegenüber Turnierboss und Manager Herwig Straka. Haider-Maurer hatte zuvor bei seinem Drittrundenmatch gegen den Türken Marsel Ilhan im zweiten Satz wegen einer Oberschenkelverletzung aufgegeben, sich aber vorher beim Supervisor erkundigt, ob er auch bei einer Aufgabe noch als Lucky Loser zugelost werden könne. Als dieser dem Niederösterreicher dies bejahte, gab Haider-Maurer auf.

"Ich habe gewusst, dass ich erster Lucky Loser bin. Wenn Zemlja (ein anderer Qualifikant-Anm.) gewinnt, bin ich der einzige Gesetzte und damit war es mir schon klar. Ich wollte die Chance nützen, denn es kann immer etwas passieren", erklärte Haider-Maurer, der beteuerte, von der Aufgabe von Gulbis nichts gewusst zu haben. Da übrigens die Qualifikation noch nicht beendet war, wurde er ebenso wie die vier Qualifikanten den nun fünf freien Plätzen im Hauptfeld zugelost. Wäre die Qualifikation schon zu Ende gewesen, wäre er automatisch an die Stelle von Gulbis gekommen. "Darüber sind wir sogar froh, dass es zu einem Los gekommen ist", war sich Turnierdirektor Straka über die nach außen unangenehme Optik bewusst.

Haider-Maurer mit Handicap
Aber natürlich hätte dem Turnier Schlimmeres passieren können, als ein zufällig zustande gekommenes Generationenduell zwischen Altstar Muster und Davis-Cup-Spieler Haider-Maurer. "Ich werde alles versuchen, dass ich zu 100 Prozent auf den Platz komme. Ich habe eine Oberschenkelzerrung rechts", sagte der Niederösterreicher in einer eilig einberufenen Pressekonferenz. Da er sich seiner Chance auf einen Platz im Hauptbewerb bewusst gewesen war, hatte er lieber früher als später das Drittrunden-Quali-Match beendet, um seine Verletzung nicht zu verschlimmern, erklärte der Weltranglisten-157.

Haider-Maurer wäre unter normalen Umständen trotzdem hoher Favorit gegen den 20 Jahre älteren Muster. Das große Fragezeichen stand jedoch hinter seiner Fitness. "Heute habe ich es in der Früh schon gespürt, dann ist es mir beim Einschlagen gut gegangen. Ab 3:5 ist es dann aber immer schlechter geworden", erzählte der Waldviertler.

"Muster kann über sich hinauswachsen"

Mit Massagen und Therapien möchte er sich fit bekommen. "Inwiefern das gut wird und ich spielen kann, kann ich schwer sagen." Das Match gegen Muster, den er als kleiner Bub bewundert habe, ist für ihn eine große Herausforderung - trotz oder gerade wegen dieser Ausgangslage. Kurios, dass Haider-Maurer nun doch im Hauptbewerb steht, nachdem er die von vielen geforderte Wildcard nicht erhalten hatte.

Er ist in erster Linie so einer, der vor so einem Publikum wie es morgen sein wird, über sich hinauswachsen wird. Er kann mit so einem Druck extrem gut umgehen, deshalb wird es sicher eine schwierige Partie werden", sagte Haider-Maurer über Muster. Besonderen Druck verspürt er aber nicht. "Es ist Hauptbewerb, es geht um richtig viel. Wenn es so ist wie heute, hat er auf alle Fälle bessere Chancen."

Muster: "Es gibt keinen leichten Gegner"
Für ihn selbst ist es, falls er fit ist, gegen die Nummer 974 eine große Chance, Punkte und Preisgeld zu holen. "Es kann auch sein, dass 80 Prozent reichen, aber das weiß ich nicht."

Für Muster könnte das Duell schon um einiges amüsanter werden als gegen die Nummer 24 der Welt. "Es gibt keinen leichten Gegner, Haider-Maurer hat sich die Nominierung für den Davis Cup verdient. Für mich ist er trotzdem der Favorit", meinte Muster zu seinem neuen Gegner. "Vielleicht ist der Druck für ihn ein bisschen größer als für Gulbis, weil er ein Österreicher ist, aber mit seinen Leistungen heuer ist er klarer Favorit." Zur Verletzung nahm Muster keine Stellung, doch man weiß ja - wer auf den Platz geht, ist hundertprozentig fit.

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