Österreichs Rad-Star Felix Gall hat das ungeliebte Einzelzeitfahren beim 109. Giro d'Italia hinter sich gebracht. Der Osttiroler verlor am Dienstag zwar seinen Podestplatz, hielt den Schaden aber in Grenzen.
Der italienische Zeitfahr-Spezialist Filippo Ganna hat das erste und einzige Einzelzeitfahren des diesjährigen Giro d'Italia für sich entschieden. Der zweimalige Weltmeister raste auf den komplett flachen 42 Kilometern von Viareggio nach Massa in einer eigenen Liga und siegte souverän mit einem Vorsprung von 1:54 Minuten vor dem Niederländer Thymen Arensman. Der große Top-Favorit auf den Gesamtsieg, Jonas Vingegaard, erwischte einen ungewohnt schwachen Tag und landete mit exakt 3:00 Minuten Rückstand nur auf dem 13. Platz. Österreichs Hoffnungsträger Felix Gall biss auf den Zähnen und kam mit einem Rückstand von 4:22 Minuten auf den Tagessieger ins Ziel. In der Gesamtwertung bedeutete dies für den Osttiroler einen kleinen Rückschlag: Gall rutschte hinter Arensman auf den vierten Platz zurück.
Der Kampf um das Rosa Trikot
In der Gesamtwertung bleibt das Rennen um die Krone der Italien-Rundfahrt extrem heiß. Der 24-jährige Portugiese Afonso Eulalio verteidigte seine Gesamtführung erfolgreich, spürt den Atem der Konkurrenz aber nun ganz deutlich im Nacken. Vingegaard machte trotz seiner Schwächen fast zwei Minuten auf den Spitzenreiter gut und liegt als Gesamtzweiter nur noch winzige 27 Sekunden hinter Eulalio. Felix Gall konnte den Abstand zum Rosa Trikot am Dienstag sogar auf 2:24 Minuten verkürzen. Auf den neuen Dritten, Thymen Arensman, fehlen dem Österreicher lediglich 27 Sekunden. Eulalio, der das Leadertrikot bereits seit der 5. Etappe stolz auf den Schultern trägt, darf nun berechtigt hoffen, die Gesamtführung bis zur nächsten schweren Bergankunft am Samstag zu behalten.
Die Berge rufen am Mittwoch
Am Mittwoch wird das Profil für die Rad-Profis wieder deutlich anspruchsvoller als beim flachen Kampf gegen die Uhr. Die nächste Etappe führt das Feld über 195 Kilometer von Porcari entlang der malerischen Mittelmeerküste in Richtung Nordwesten. Auf dieser Strecke müssen die Fahrer insgesamt vier Bergwertungen bezwingen. Das große Finale des Tages ist absolut nichts für schwache Nerven: Die letzte Kletterei des Tages wartet lediglich 12,5 Kilometer vor der Ziellinie auf Felix Gall und seine Konkurrenten.