Perfekter Auftakt von Andy Murray

ATP-Finals

Perfekter Auftakt von Andy Murray

Brite lässt nichts anbrennen. Duell um Tennis-Thron bleibt spannend.

Das erste Match als neue Nummer eins der Welt vor eigenem Publikum hat Andy Murray mit Bravour hinter sich gebracht. Der topgesetzte Schotte ließ in seinem Auftaktspiel bei den mit 7,5 Mio. Dollar dotierten ATP-Finals in London am Montagabend Marin Cilic beim 6:3,6:2 in 90 Minuten keine Chance. Murray und auch Kei Nishikori führen damit die Gruppe "John McEnroe" nach dem ersten Spieltag an.

Unter tosendem Jubel der rund 17.000 Fans war Murray in die O2-Arena einmarschiert, und er war von Beginn weg gegen den als Nummer 7 gesetzten Kroaten am Drücker. Cilic war mit gewissen Hoffnungen in die Partie gegangen, hatte er sich doch mit starken Leistungen in den vergangenen Wochen noch in das Saison-Abschlussturnier gespielt. Mit dem Titel in Basel und dem Halbfinale in Paris-Bercy war er als heißer Außenseiter nach London gekommen.

Dementsprechend erleichtert war Murray nach dem starken Auftakt in seine achten ATP-Finals. "Es war eine tolle Atmosphäre, ein ziemlich volles Haus, und ich habe hier eines meiner besten Matches in den Jahren gespielt", freute sich Murray, der sich für die besonders lautstarken Ovationen anlässlich seines tollen Jahres beim Publikum bedankte.

Murray lässt gar nichts anbrennen

Murray feierte schon den 19. Sieg en suite (auf dem Weg zu vier Turnier-Titeln en suite hatte er zweimal von einem w.o. profitiert). "Natürlich gewinnt man mit jedem Sieg Selbstvertrauen, und bei den Breakbällen war ich solider. Marin hatte einige Chancen, aber ich habe bei den engen Punkten stark gespielt", konstatierte Murray.

Bereits zuvor hatte Kei Nishikori gegen Stan Wawrinka klar mit 6:3,6:2 gewonnen, womit Murray und der Japaner in der Gruppe ex aequo voranliegen. Die beiden treffen nun am Mittwoch aufeinander, Wawrinka und Cilic spielen das zweite Match.

Cilic, der mit eigenwilligen schwarz-gelben Shorts für Aufsehen sorgte, bekam eigentlich keine richtigen Chancen. Zwar schaffte er im ersten Satz nach zwei Serviceverlusten ein Rebreak, am Ende schnupperte der 16-fache Turniersieger aber nie an der Überraschung.

Spannendes Duell um Tennis-Thron

Im 15. Duell mit dem dreifachen Grand-Slam-Sieger und zweifachen Olympia-Sieger setzte es für Cilic die 12. Niederlage. "Andy hat sehr viel Selbstvertrauen, hat viele Matches gewonnen, darum war es heute besonders schwer, aber alles in allem habe ich gut gespielt, und ich habe die Atmosphäre hier genossen", sagte Cilic, der nun am Mittwoch gegen US-Open-Sieger Wawrinka auf den Court muss. Zu seinen Shorts meinte Cilic trocken: "Ein paar Farben schaden ja nicht."

Djokovic hatte mit dem 6:7,6:0,6:2-Sieg über Dominic Thiem mit 200 ATP-Punkten für den ersten Gruppensieg vorgelegt, Murray hat nachgelegt. So könnte sich das Duell um die Nummer eins zum Jahresende bis zum Finale des Turniers im Südosten Londons fortsetzen.

Ob es sich für Murray komisch angefühlt hat, als er Djokovic erstmals als Nummer eins begegnet ist, wurde er gefragt. "Nein, das war nicht komisch. Wir kennen uns jetzt schon so lange. Wir sind es gewöhnt, uns in all den Jahren gegenseitig zu gratulieren", meinte Murray.