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Sofortige Freilassung Mayers

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Enthaftungsantrag bereits gestellt, weiter schwere Vorwürfe gegen SoKo Doping und Justiz.

Der Anwalt des ehemaligen ÖSV-Trainers Walter Mayer, Christian Pilz, hat vor wenigen Stunden im Wiener Straflandesgericht einen Enthaftungsantrag eingebracht. Er fordert die sofortige Freilassung des der Weitergabe von Doping-Mitteln verdächtigen Mayer. Zugleich erhebt Pilz schwere Vorwürfe gegen die in der Doping-Affäre ermittelnde Sonderkommission und die Justiz.

Schwer Vorwürfe
Pilz behauptet, ein Sonderermittler, der mit einer populären Olympiasiegerin verwandt sein soll, habe Mayer nach dessen Verhaftung entgegen einer Anordnung nicht unverzüglich ins Wiener Landesgericht überstellt, sondern diesen "im Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände 'versteckt' und zu seiner persönlichen 'Verfügung' festgehalten", wie der Jurist am Dienstag in einem übermittelten Schreiben formulierte.

Der betreffende Beamte "verfälsche" außerdem den Akt, indem er Protokolle unrichtig bezeichne. "Derartiges macht ein Beamter eines Sonderkommandos nicht grundlos", hielt Pilz fest und vermutete, der Beamte wäre "in die Szene in unbekanntem Ausmaß involviert".

"Keine Beweise"
Gegen Mayer gebe es "keinen einzigen Beweis", betonte der Anwalt. Der gegen ihn begründete Verdacht beruhe einzig auf den Angaben eines im laufenden Verfahren ebenfalls als Beschuldigter geführten Mannes, der behaupte, Mayer habe am 25. Oktober 2008 am Parkplatz Minimundus in Klagenfurt verbotene Substanzen übernommen. Mayer habe an diesem Tag allerdings nachweislich der Eröffnung einer Laufarena beigewohnt, so der Anwalt.

Auch Beschwerden gegen Justiz
Der Justiz wirft Pilz vor, ihn in seinen Verteidigerrechten zu beschneiden. Er habe bisher keine vollständige Akteneinsicht erhalten. Walter Mayer werde widerrechtlich angehalten, da kein Haftgrund vorliege. Pilz kündigte Aufsichtsbeschwerden gegen die Justizorgane an.

Zu Walter Mayers Befinden, der seit knapp zwei Wochen in einer Zwei-Mann-Zelle im Landesgerichtlichen Gefangenenhaus in U-Haft sitzt, bemerkte Pilz: "Es geht ihm den Umständen entsprechend eigentlich sehr gut." Die Justiz habe sich offenbar erwartet, dass Mayer psychisch zusammenbricht, "aber jemand, der den Wasa-Lauf durchdrückt und gewinnt, hat eine gewisse mentale Stärke".

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