Trauriger Abschied

So stolpert Thiem Richtung French Open

Seit Dienstag Abend ist es offiziell: Dominic Thiem (30) erhält in seinem Abschiedsjahr keine Wildcard für die French Open (26. Mai bis 9. Juni). Damit muss der US-Open-Sieger 2020 sein Glück über die Qualifikation versuchen.

In Insiderkreisen herrscht Kopfschütteln. Wie kann es sein, dass man dem zweimaligen Finalisten und ehemaligen Weltranglisten-Dritten auf seiner Abschieds-Tournee keinen Startplatz im Hauptfeld der French Open zukommen lässt? Zehn Mal hat Thiem beim wichtigsten Sandplatz-Turnier der Welt aufgeschlagen. 2016 und 2017 kam er bis ins Semifinale, 2019 und 2020 musste er sich erst im Finale dem damals auf Sand "unschlagbaren" Rafael Nadal geschlagen geben. Nach seinem Triumph bei den US Open war für Thiem in Roland Garros drei Mal in Runde 1 Endstation, wobei er seine Teilnahme in den vergangenen beiden Jahren einer Wildcard zu verdanken hatte.

Gaben die Erstrunden-Niederlagen 2021, 2022 und 2023 den Ausschlag?

Die drei jüngsten Erstrunden-Niederlagen könnten bei der Wildcard-Vergabe für dieses Jahr eine Rolle gespielt haben. Acht Wildcards standen zur Verfügung, zwei davon gehen an einen australischen und an einen US-Spieler (Kooperationen mit Australian- und US-Open), mit den restlichen sechs "Freiplätzen" wollen die Organisatoren in Paris jungen Franzosen eine Chance geben. Wie zu hören war, hatte ein internationaler Top-Manager Thiems Manager-Bruder Moritz angeboten, "zu helfen", bekam aber als Antwort, dass alles "im Laufen" sei. War es wohl nicht. Die Thiem-Fans sind empört, sprechen von "Schande" und davon, "dass man auf den ehemaligen Weltranglisten-Dritten wohl vergessen" habe. 

Es gibt noch eine Mini-Chance für Thiem (aktuell ATP-Nr. 117), doch noch ins Hauptfeld zu kommen: Als Nr. 6 der Warteliste würde er bei sechs Absagen ins 128er-Feld rutschen. Tatsächlich steht hinter der Teilnahme des Weltranglisten-Zweiten Jannik Sinner (ITA) ein Fragezeichen - der Australian-Open-Sieger laboriert an einer Hüftverletzung und fehlt deswegen beim derzeit laufenden ATP1000-Turnier in Rom. Rafael Nadal, der dank "Protected Ranking" (wegen Verletzung) im Hauptfeld aufscheint, will nur dann einen Anlauf auf Rekord-Titel Nr. 15 in Paris nehmen, wenn er sich "bereit dazu" fühlt. Nach seinem Rom-Out meinte der 37-jährige Spanier kryptisch: "Wenn mein Verstand in die richtige Richtung tendiert, werde ich in Roland Garros sein und mein Bestes geben."

Das muss Dominic Thiem wohl schon an kommenden Montag - dann startet die Qualifikation. Thiem stolpert also weiter durch sein Abschieds-Jahr. So gesehen ist es ihm nicht zu verübeln, dass er mit Saisonende Schluss macht.

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