Jakob Pöltl steht vor einem entscheidenden Saisonfinish: Noch 15 Spiele bleiben, um mit den Toronto Raptors den Play-off-Einzug zu fixieren. Der Wiener zeigt sich selbstbewusst, körperlich stabil – und träumt sogar von einem großen Run.
15 Spiele, die über alles entscheiden: Für Jakob Pöltl und die Toronto Raptors geht es in den letzten Partien der NBA-Regular-Season um den Sprung in die Play-offs – und damit um Pöltls erstes K.o.-Duell seit 2019. Der Center zeigt sich optimistisch: „Zur Zeit ist in der NBA viel möglich.“ Trotz Außenseiterrolle glaubt der Wiener an mehr. „Man muss nur im richtigen Moment einen Run starten können.“
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Mit einer Bilanz von 38 Siegen und 29 Niederlagen liegt Toronto aktuell auf Play-off-Kurs. „Wir müssen uns nicht verstecken“, betont Pöltl – auch, weil die Raptors in dieser Saison bereits Top-Teams schlagen konnten.
Starke Leistung gegen Top-Team
Wie gefährlich Toronto sein kann, zeigte zuletzt der Sieg gegen Conference-Leader Detroit (119:108). Pöltl lieferte dabei eine Top-Performance ab: 21 Punkte, 18 Rebounds und fünf Assists. Trotzdem bleibt der 30-Jährige auf dem Boden. „Ich habe zur Zeit viel Selbstvertrauen und einen guten Rhythmus“, erklärt er. Für ihn persönlich sei es bislang die beste Saison seiner Karriere.
Rückenprobleme im Griff
Noch vor wenigen Wochen sah das ganz anders aus: Rückenprobleme zwangen Pöltl zu 24 Spielen Pause. Eine schwierige Phase – vor allem mental. „Das Warten und Herumsitzen war nicht leicht“, gibt er zu. Besonders ungewöhnlich: Eine klassische Pause brachte keine sofortige Besserung. Mittlerweile hat der Wiener seine Routine angepasst. Sein Aufwärmprogramm ist deutlich länger geworden – mit Erfolg. „Zur Zeit geht es mir gut. Ich hoffe, dass das so bleibt.“
Große Ziele, aber kein Druck
Trotz seiner mittlerweile zehnten NBA-Saison setzt sich Pöltl nicht unter Druck. Sein langfristiges Ziel bleibt klar: „Irgendwann für eine Championship oder einen tiefen Play-off-Run.“ Sein Vertrag in Toronto läuft noch bis 2030 – genug Zeit also, um den großen Wurf zu schaffen. Ein Play-off-Einzug wäre aber schon jetzt ein wichtiger Schritt, vor allem für das junge Team. „Diese Erfahrung wäre extrem wertvoll“, so Pöltl.
Vorteil durch Zwangspause?
Fortschritte erkannte Pöltl bei seinem Team vor allem in der entscheidenden Schlussphase von Spielen ("Crunchtime") sowie im Umgang mit der langen Saison. "Es geht darum, wie man es schafft, im Jänner, Februar oder März durchzupushen, auch wenn alles wehtut und die Beine schwer sind." Er habe deutlich weniger Partien absolviert als seine Teamkollegen. "Deswegen habe ich das Gefühl, dass ich eigentlich eine ganz gute Energie habe. Ich glaube aber, es ist trotzdem besser, wenn man verletzungsfrei bleibt, Rhythmus hat und einfach die ganze Saison durchspielen kann."
Die Situation mit seinem Rücken beeinflusst auch Pöltls mögliche Verfügbarkeit in den beiden abschließenden WM-Qualifikationsspielen von Österreichs Nationalteam Anfang Juli. "Ich werde auf jeden Fall mein Training anpassen müssen", sagte der ÖBV-Star über seine Sommerplanung. Er wäre zumindest im ersten Sommer-Fenster gerne beim Nationalteam dabei.
Und auch abseits des Basketballs zeigt sich Pöltl optimistisch: Für die kommende Fußball-WM sieht er Österreich stark – mit einem Augenzwinkern sogar als möglichen Sieger. „Schreibt das auf das Titelblatt“, scherzt er.