Scheiber bricht sich Schlüsselbein

Trainingssturz

Scheiber bricht sich Schlüsselbein

Österreicher nach Chamonix-Sturz kurz bewusstlos, aber keine Kopfverletzung.

Das erste Abfahrtstraining in Chamonix, gestern 12.40 Uhr. Mario Scheiber (Startnummer 14) rast auf dem Weg zur Bestzeit Richtung Ziel. Die gefährlichen Sprünge der an sich „einfachen“ Piste la Verte hat er toll bewältigt. Doch im ewig langen Gleitstück, das in der tiefen Hocke gefahren wird, passiert’s: Er übersieht eine Bodenwelle, verkantet und wird brutal ausgehoben. Mit Kopf und Rücken knallt der 27-Jährige auf die pickelharte Piste und schlittert bewusstlos ins Sicherheitsnetz. Wenige Augenblicke später ist ÖSV-Arzt Martin Gruber an der Unfallstelle.

Diashow: Trainingsturz von Scheiber in Chamonix

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ÖSV-Arzt Martin Gruber 
war sofort bei Scheiber
„Weil mir sofort klar war, dass das ein Sturz mit Folgen war, bin ich gleich runter zu ihm gefahren“, schildert der Doc. „Mario war sofort ansprechbar und hat die Leute in seiner Umgebung erkannt. Wir haben ihn stabilisiert, in die Vakuummatratze, die sich dem Körper anpasst, gepackt.“ Der Mediziner: „Ich ging den neurologischen Check durch – zum Beispiel: Wo bist du? Wie spät ist es? Welches Datum haben wir? Und so weiter.“

Scheiber wurde mit blutigem Gesicht in den Helikopter verfrachtet und in das 25 Kilometer entfernte Mont-Blanc-Hospital nach Sallanches geflogen. Gruber: „Dort haben wir ihn einem Ganzkörper-Scan unterzogen.“ Nach der Diagnose atmeten Gruber und die ÖSV-Betreuer auf. Der Arzt: „Die Verletzung ist zwar schwer, allerdings mit wesentlich glimpflicheren Folgen als zuletzt bei Hans Grugger in Kitz.“

Walchhofer: „Bin froh, dass es in 2 Monaten vorbei ist“
Die Diagnose: Bruch des rechten Schlüssel- und des Nasenbeins und eine Nasennebenhöhlenfraktur. Gruber: „Die gute Nachricht, keine Blutungen im Gehirn sind erkennbar, Wirbelsäule, Schädelknochen sowie die Arme und Beine sind in Ordnung.“ Der Schock sitzt tief im ÖSV-Team. Walchhofer: „Solche Verschneider sind typisch für eine eher leichte Abfahrt.“

„Auf solchen Strecken ist der Kreis der Sieganwärter höher, da riskierst du noch mehr,“ erklärt der vor über einem Jahr zurückgetretene Hermann Maier. Walchhofer muss noch Gas geben. Er beneidet ihn aber: „Irgendwie bin ich schon froh, wenn in zwei Monaten alles vorbei ist.“

(okk)

Ergebnis 1. Training
1. Klaus Kröll (AUT) 2:02:53 Min.
2. Georg Streitberger (AUT) +0,04 Sek.

3. Christof Innerhofer (ITA) 0,10
4. Hannes Reichelt (AUT) 0,14
5. Yannick Bertrand (FRA) 0,28
6. Ambrosi Hoffmann (SUI) 0,34
7. Ivica Kostelic (CRO) 0,58
8. Michael Walchhofer (AUT) 0,59
9. Patrick Küng (SUI) 0,65
10. Adrien Theaux (FRA) 0,67
16. Joachim Puchner (AUT) 1,38
33. Björn Sieber (AUT) 2,43
35. Romed Baumann (AUT) 2,45
56. Max Franz (AUT) 4,41
59. Philipp Schörghofer (AUT) 5,48