Hahnenkamm

Streif: Marco Odermatt jagt Herminator-Rekord

Rekordsieger im Adelboden-Riesentorlauf, Rekordsieger der Lauberhorn-Abfahrt in Wengen in der Weltcup-Ära: Marco Odermatt dringt auch im Olympiawinter fast wöchentlich in neue Ski-Sphären vor. Für Streif-Rekorde muss der Superstar aus der Schweiz zwar noch länger arbeiten.

Für Samstag winkt dennoch Besonderes: Gelingt es ihm, einen der letzten weißen Flecken seiner schillernden Karriere zu tilgen, würde er just in Kitzbühel an Weltcup-Siegen mit Hermann Maier gleichziehen.

Die traditionelle Kitzbühel-Abfahrt fehlt dem bei 99 Podestplätzen haltenden Odermatt noch auf seiner Liste. 2023 übertrieb er es im Steilhang, 2024 biss er sich an einem überragenden Cyprien Sarrazin zweimal die Zähne aus. Im Vorjahr gewann er den Super-G und verbrauchte laut Eigenaussage zu viel Energie. Der Freitag in Kitzbühel ist ein langer Tag, gerade wenn man erfolgreich ist. Deshalb verordnete er sich nun, als er erneut den Super-G gewonnen hatte, eine Art emotionalen Shutdown. "Ich lasse weniger Emotionen zu."

APA/BARBARA GINDL
© APA/BARBARA GINDL

Odermatt ist vierfacher Gesamtweltcupsieger, Olympiasieger im Riesentorlauf (2022), dreifacher Weltmeister und mit einem weiteren Sieg hat er Maier (54 Siege) - den Dritten der ewigen Bestenliste hinter Ingemar Stenmark (86) und Marcel Hirscher (67) - eingeholt. Zwar zählt der "Herminator" nach seiner Disqualifikation im Riesentorlauf von Val d'Isere 1997 (als er einen Ski zu früh auszog) 55 Erfolge, der offiziellen Statistik ist dies aber einerlei.

Ein breiter Weg bis in den Abfahrtsolymp

Auf die erfolgreichsten Abfahrer, Franz Klammer ist mit 25 Siegen unerreicht, sowie Peter Müller (20) und Dominik Paris (19), fehlen Odermatt mit seinen sieben Abfahrtssiegen noch einige weitere. Fünf Siege braucht er, um in der ewigen Bestenliste der Abfahrer überhaupt in die Top Ten vorzustoßen.

Im Super-G (17) und vor allem im Riesentorlauf (29) hat er schon mehr abgeräumt. Im Super-G ist er nun ex aequo mit Aksel Lund Svindal bereits die Nummer zwei hinter Maier (24). Im Riesentorlauf ist es sowieso nur eine Frage der Zeit, möglicherweise nur von Wochen, ehe die Marke von Hirscher (31) fällt. Drei Riesentorläufe stehen in dieser Saison noch auf dem Programm. Nur für Stenmark (46) muss sich der Mann, der aktuell unaufhaltsam auf seinen fünften Gesamtweltcup-Sieg in Folge zusteuert, noch länger strecken.

Auf den Spuren von Cuche

Auf einen schwächelnden Odermatt braucht die Konkurrenz nicht hoffen. Während einige Läufer aktuell verschnupft auftreten, erfreut sich der Topstar bester Gesundheit. "Mich hat es in Chile, in den USA und in Livigno erwischt. Also habe ich die südamerikanische, die nordamerikanische und die europäische Grippe durch und hoffentlich genug Abwehrkräfte." Für Samstag ist er auf Angriff gepolt. "Bei jedem Athleten steht diese Gams ganz oben auf der Wunschliste."

Odermatt hat bereits drei Abfahrtssaisonsiege. Auf der Streif innerhalb von 24 Stunden sowohl den Super-G als auch die Abfahrt zu gewinnen, hat jedoch schon länger niemand mehr geschafft. Zuletzt ist dies Didier Cuche, Odermatts Kindheitsidol, vor 16 Jahren gelungen. Odermatt ist erst 28, er hat noch viel Zeit für weitere Rekorde - und Abfahrtssiege in Kitzbühel. Vincent Kriechmayr war bei seinem ersten Streif-Triumph 31, Aleksander Aamodt Kilde 30. Und Beat Feuz, der letzte Schweizer Sieger einer Hahnenkammabfahrt, bei seinem ersten von drei Erfolgen fast 34.

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