Whitney Houstons bizarre Wien-Show Whitney Houstons bizarre Wien-Show

Konzert-Flop

 

© Toppress

Whitney Houstons bizarre Wien-Show

London – ein Desaster. Mailand – angeblich besser. Hamburg – gerade noch o.k. Was Whitney Houston (46) jedoch gestern Abend in der Wiener Stadthalle dann wirklich darbot, war eine Tragikomödie zwischen viel Grabgesang und wenigen Überraschungsmomenten („My Love Is Your Love“). Abgebrochene Songs, mehr Krächzen als Singen – und just der Welthit „I Will Always Love You“ als peinliche Selbstdemontage im Pub-Karaoke-Format. Ein bizarres Konzerterlebnis für 93 bis 135 Euro.

Hoffen auf ein Wunder
Allen Vorabkritiken zum Trotz waren gestern doch 5.000 Besucher in die Wiener Stadthalle gepilgert. Die Fans hofften auf ein Konzertwunder. Harald Serafin auf der Ehrentribüne. Und doch auch einige Katastrophen-Touristen, die die Denkmal-Demontage des einstigen Weltstars live mitverfolgen wollten.

Auf eBay wurden die Tickets ab 25,50 Euro verschleudert. Auch vor der Stadthalle versuchten Besucher, ihre Karten loszuwerden – vergeblich oder mit Verlusten. 20 Euro für ein 125-Euro-Ticket. Selbst das war für die musikalische Freakshow noch zu viel.

Schummelzettel
Die einstige Diva – sie konnte einem leidtun. 170 Millionen CDs hat Houston in ihren Glanzzeiten verkauft. Sechs Grammys und 200 goldene Schallplatten. Doch davon war in Wien wenig übriggeblieben. Irritiert und mit unglaublichem Arsenal an Spickzettel versuchte sie, in der halb leeren Stadthalle, gegen das Desaster anzukämpfen. Um 20.36 Uhr wackelte Whitney Houston zu den Bombastklängen von „One Moment In Time“ auf die Bühne – nach 109 Minuten war mit „Million Dollar Bill“ endlich alles vorbei.

Bemühter Kampf
Dazwischen der bemühte Kampf gegen den Flop. Schwitzend, lautstark keuchend, doch mitleidserregend. Dabei sang Houston netto kaum 35 Minuten. Viele Hits wie „Step By Step“ oder „My Love Is Your Love“ waren kaum wiederzuerkennen. „I Will Always Love You“ wieder nahe an der Ohrenpein.

Dabei wollte niemand die Houston fallen sehen – im Gegenteil: Die Fans riefen ihr ständig Worte der Zuneigung zu. Und Houston ging darauf ein: „Ich liebe euch auch. Wirklich. euch alle.“ Vergebene Liebesbekundungen: Viele verließen vorzeitig die Halle.

Dabei hatte sich Houston in Wien extra geschont: 26 Stunden Hotelzimmer statt abendlichen Sauftouren. Ein Fehler, denn vielleicht wäre das Ganze unter Alkohol wenigstens lustig gewesen...

Dienstag 14.18 Uhr: Nach 13 Stunden Fahrt im silberfarbenen Coach Service-Bus checkt Whitney Houston im Grand Hotel an der Ringstraße ein. In Jogginghose (!), Haube und Sonnenbrille stürmte sie schnurstracks ins Hotel. Die letzten fünf Fans würdigte sie weder eines Blickes noch schrieb sie Autogramme. Starallüren wie zu Bodyguard-Glanzzeiten.
26 Stunden lang verschanzte sich Whitney in ihrer Luxussuite mit Marmorbad und den drei Aufenthaltsräumen. Erst am Mittwoch um 18 Uhr wurde sie wieder gesehen: Abfahrt zum Soundcheck in die Stadthalle. Nach dem Konzert kam sie um 23 Uhr zurück ins Hotel. Duschen und Umziehen. Um ein Uhr früh verließ Whitney Wien. Nächster Tour-Stop: München.

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