Pollen-Wahnsinn

Nies-Attacken im Bett? Warum Heuschnupfen abends am schlimmsten ist

Sie fallen erschöpft ins Bett, freuen sich auf den ersehnten Schlaf und dann geht es los: Die Nase ist dicht, die Augen brennen und Niesattacken rauben Ihnen den letzten Nerv. Aber warum schlägt die Allergie ausgerechnet dann am härtesten zu, wenn wir eigentlich zur Ruhe kommen wollen? 

Für viele Heuschnupfen-Geplagte beginnt das wahre Leiden nicht etwa beim sonnigen Spaziergang über blühende Wiesen, sondern erst Stunden später im Schlafzimmer. Trotz geschlossener Fenster jucken die Augen, die Nase schwillt zu und an Schlaf ist nicht zu denken. Wir verraten, was dahinter steckt und wie Sie den Pollen den Kampf ansagen.

Pollenbelastung steigt am Abend an

Nies-Attacken im Bett? Warum Heuschnupfen abends am schlimmsten ist
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Viele glauben, die Pollenflug-Gefahr lauert nur tagsüber. Falsch gedacht! Besonders in Städten erreicht die Belastung oft zwischen 18 und 24 Uhr ihren absoluten Höhepunkt. Der Grund? Pflanzen setzen ihre Pollen zwar am Tag frei, doch sobald der Wind am Abend nachlässt und die Temperaturen sinken, fällt die feine, schwebende Staubwolke in Bodennähe ab. In städtischen Gebieten, wo die Luftzirkulation ohnehin schlecht ist, hält sich diese Wolke besonders hartnäckig. Wer jetzt ahnungslos das Fenster zum abendlichen Lüften aufreißt, lädt die Allergene förmlich zu sich ins Bett ein.

Wie Sie die Pollen selbst ins Bett bringen

Doch die Gefahr lauert nicht nur draußen. Wir schleppen den Feind oft selbst mit ins Bett. Pollen haften wie Magnete an unserer Kleidung, der Haut und vor allem in den Haaren. Wer sich abends nicht gründlich reinigt, verwandelt sein Kopfkissen in ein wahres Allergie-Paradies. Besonders empfindliche Nasen reagieren auf diese „unsichtbare Fracht“ mit den klassischen Symptomen, da nützt auch das sicherste Fenster nichts mehr.

Nachts spüren wir Symptome stärker

Nies-Attacken im Bett? Warum Heuschnupfen abends am schlimmsten ist
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Sobald wir flach liegen, verändert sich die Druckverteilung im Kopfbereich: Die Atemwege schwellen schneller zu, die Nase macht dicht. Außerdem trocknen unsere Schleimhäute durch die Raumluft oft unbemerkt aus, was sie extrem empfindlich für Reize macht. Studien zeigen zudem, dass der Histaminspiegel, also jener Botenstoff, der die allergische Reaktion auslöst, nachts im Körper steil ansteigt. Das ist der wahre „Allergie-Turbo“.

Geniale Tipps gegen den nächtlichen Pollen-Wahnsinn

Damit Sie endlich wieder ohne Nies-Attacke durchschlafen können, helfen diese einfachen Sofort-Maßnahmen:

  • Fenster schließen: Halten Sie die Fenster zwischen 18 und 24 Uhr konsequent geschlossen.
  • Haar-Wäsche: Duschen Sie unbedingt abends und waschen Sie die Pollen aus den Haaren, bevor Sie den Kopf auf das Kissen legen.
  • Kleidung wechseln: Wechseln Sie Ihre getragene Kleidung niemals im Schlafzimmer, dort hat die „Draußen-Kleidung“ nichts zu suchen.
  • Bettwäsche waschen: Waschen Sie Ihre Bettwäsche während der Pollen-Saison wöchentlich bei 60 Grad.
  • Luftreiniger: Ein guter Luftreiniger mit HEPA-Pollenfilter im Schlafzimmer bewirkt oft wahre Wunder.

Sollten die Beschwerden trotz dieser Tipps nicht nachlassen, suchen Sie bitte eine Ärztin oder einen Arzt auf. Moderne Antihistaminika oder eine Immuntherapie können Ihnen helfen, um endlich wieder tief und fest durchzuschlafen.

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