Spediteure wütend

Aufstand gegen Paketabgabe

© APA/HELMUT FOHRINGER
Die von der Regierung geplante Steuer ist für viele im Handel unverständlich und wird generell abgelehnt. Die Wiener WK-Fachgruppe der Spediteure begehrt jetzt auf und pocht zumindest auf Gleichstellung mit Click & Collect.
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Die Wiener Spediteure lehnen die geplante Paketabgabe ab - und drängen zumindest auf weitere Ausnahmen, falls die Steuer wie geplant kommt. In einer Aussendung am Freitag wurde gefordert, dass Paketboxen oder Paketshops mit Click & Collect gleichgestellt werden. Denn bei der Abholung im Geschäft soll die Abgabe nicht anfallen. Das müsse auch für die gebündelte Zustellung über Stationen gelten, verlangt man.

Gesetzesentwurf "ist unausgegoren"

Wie unausgegoren der Entwurf ist, zeige sich an der Ausnahme für die Abholung von online bestellter Ware beim Händler, befand Jürgen Bauer, der Obmann der Fachgruppe Spedition und Logistik in der Wiener Wirtschaftskammer. Wer sein Paket außer Haus an einer zentralen Abholstelle übernehme, dürfe gegenüber der Abholung im Geschäft nicht schlechtergestellt werden, forderte er.

Gleichstellung "nur konsequent"

"Wenn der Gesetzgeber Click & Collect von der Paketabgabe ausnimmt, dann muss diese Logik auch für betreiberunabhängige Paketstationen und Paketshops gelten", sagte Bauer: "Auch dort wird gebündelt zugestellt, es gibt keine Haustürzustellung und die letzte Wegstrecke übernimmt der Kunde selbst. Eine Gleichstellung wäre daher nur konsequent."

Geschätzter Jahresumsatz in Millionen Euro - Abgabe geplant ab 100 Millionen © APA

Schaden für die Wirtschaft

Andernfalls würde eine Form der Anlieferung ausgebremst, die dazu beitrage, den Verkehr zu reduzieren. Auch im Masterplan Urbane Logistik der Stadt Wien seien Paketboxen im "Hausschlapfen-Radius" als wichtiges Instrument einer klimafreundlichen letzten Meile vorgesehen, betonen die Spediteure. Öffentlich zugängliche Boxen würden auch helfen, unnötige Leerfahrten zu vermeiden.

Grundsätzlich lehnt die Branche jedoch die gesamte Paketabgabe in der Höhe von 2 Euro pro Sendung ab. Sie schade dem gesamten Wirtschaftsstandort Österreich, zeigt man sich überzeugt. "Eine vorsätzlich verursachte Reduzierung der Sendungsmenge gefährdet Betriebe und Arbeitsplätze", kritisierte Bauer.

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