Zinédine Zidane ist mit Frankreich ungeschlagen durch seine ersten vier Spiele als Teamchef gekommen – und mit zehn Punkten sitzt der Weltmeister von 1998 bereits ziemlich komfortabel an der Spitze der Gruppe A1. Ganz ohne Drama ging es allerdings nicht: Kylian Mbappé traf zum 1:0 gegen die Türkei, musste danach aber wegen einer Knieüberdehnung abreisen. In Brüssel rettete Joker Michael Olise spät den Sieg, gegen Italien gab es nach Gelb-Rot für Dayot Upamecano ein 1:1. Und gegen Belgien? Da drehte Frankreich einen Rückstand mit vier Treffern innerhalb von nur 14 Minuten komplett auf links. Frankreich ist damit fast durch, dahinter wird es eng: Italien hat sieben, Belgien sechs Punkte. Nur die Top zwei ziehen ins Viertelfinale ein. Die Türkei ist nach vier Pleiten praktisch weg.
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Klopp zittert – Griechenland träumt
Noch spannender ist die Lage in A2. Jürgen Klopp hat bei seinem Deutschland-Einstand kräftig durchprobiert, gleich 44 Spieler nominiert und mindestens acht Debütanten eingesetzt. Die Ausbeute: fünf Punkte aus vier Spielen – 1:1 in Amsterdam, 0:1 gegen Griechenland, 2:0 gegen Serbien, 0:0 in Thessaloniki. Dazu musste Klopp mit Jamal Musiala, Kai Havertz und Nico Schlotterbeck gleich drei Verletzte verkraften. Während Deutschland also noch nach seiner Linie sucht, hat Griechenland plötzlich richtig Fahrt aufgenommen. Siege in Belgrad und gegen Deutschland sowie ein 2:2 gegen die Niederlande brachten acht Punkte. Oranje hat ebenfalls acht. Heißt: Deutschland muss im November liefern – sonst wird aus Klopps Sichtungsphase ganz schnell ein Zittern ums Viertelfinale.
Spanien marschiert, Kane glänzt, Kroatien fällt
In A3 gibt es dagegen einen klaren Gewinner: Weltmeister Spanien. Vier Spiele, vier Siege, zwölf Punkte – und inzwischen unglaubliche 42 Partien ohne Niederlage. Doch dahinter legte England nach einem Fehlstart einen echten Turbo ein. Nach dem 2:3 in Wembley gegen Spanien folgten ein 7:0 gegen Kroatien und ein 3:0 gegen Tschechien. Mittendrin: Harry Kane. Vier Treffer in den letzten beiden Spielen, 91 Länderspieltore und 125 Einsätze – damit zog Englands Kapitän mit Rekordmann Peter Shilton gleich. England ist mit neun Punkten praktisch durch.
Kroatien erlebte dagegen erst den schlimmsten Abend seiner Verbandsgeschichte – und zeigte danach prompt eine Reaktion. Das 0:7 gegen England war historisch, Luka Modrić sprach sogar davon, sich nach 20 Jahren im Nationaltrikot erstmals geschämt zu haben. Doch gegen Spanien bäumte sich Kroatien auf, ging in Führung und brachte den Weltmeister gehörig ins Wanken. Erst der eingewechselte Mikel Merino mit zwei Treffern drehte die Partie noch. Drei Punkte hat Kroatien – und damit vor dem November mächtig Druck auf dem Kessel.
Ronaldo stiehlt Team die Show
Portugal ist derweil längst durch: zwölf Punkte, vier Siege. Nur spricht derzeit kaum jemand über die perfekte Bilanz, weil Cristiano Ronaldo für die größere Geschichte sorgt. Nach 90 Minuten auf der Bank in Oslo verließ der Superstar das Lager und warf Jorge Jesus Wortbruch beim Einsatzplan und bei einer Pressekonferenz vor. Ronaldo entschuldigte sich, forderte sogar eine Strafe und schloss einen Rücktritt aus. Auf dem Platz lief es trotzdem: João Félix traf dreimal, Gonçalo Ramos zweimal, Bruno Fernandes führte das Team als Kapitän. Hinter Portugal ist der Kampf um Platz zwei völlig offen.
Auch auf den Trainerbänken war einiges los: Neben Zidane und Klopp sorgten Jorge Jesus, Xavi und Roberto Mancini bei seiner Rückkehr zu Italien für neue Geschichten. Die größte Überraschung sitzt allerdings in Athen: Ivan Jovanović hat Griechenland mitten ins Viertelfinalrennen geführt. Politisch sorgten zudem Israels Sayed Abu Farkhi mit seinem Jubel in Linz und Irlands Verzicht auf Gavin Bazunu gegen Israel für Wirbel.
ÖFB-Team greift nach dem Liga-A-Ticket
Und Österreich? Rangnicks Mannschaft führt B3 mit acht Punkten und hat den Aufstieg weiter selbst in der Hand. Neun Tore, neun verschiedene Torschützen – zuletzt rettete Christoph Lang in Pristina das 1:1. Rangnick hatte danach vor allem mit dem Rasen ein Problem und bezeichnete ihn als "einzige Katastrophe". Mit einem Sieg gegen Irland kann Österreich bereits im nächsten Spiel das Ticket für die Liga A lösen.
Im November wird abgerechnet: Nur die ersten beiden jeder Gruppe erreichen das Viertelfinale, Platz drei muss in die Relegation, der Letzte steigt ab. Spanien und Portugal sind durch, Frankreich und England praktisch davor – während Deutschland und Kroatien noch zittern müssen.
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