Geprellte Anleger

Diese Krypto-Queen-Opfer können jetzt Geld zurückfordern

Krypto-Queen
© Polizei NRW
"OneCoin"-Betrug: Opfer der "Krypto-Queen" können jetzt Geld zurückfordern.
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Millionen Menschen fielen weltweit auf die angebliche Kryptowährung "OneCoin" herein. Nun hat die Staatsanwaltschaft Bielefeld über zehn Millionen Euro aus dem Vermögen der seit 2017 verschwundenen "OneCoin"-Gründerin Ruja Ignatova gesichert. Betroffene können in den kommenden Monaten kostenlos Entschädigungsansprüche einreichen, wie "Bild" berichtet.

Zehn Millionen Euro aus Londoner Luxuswohnungen

Bereits im Februar 2025 ordnete das Landgericht Bielefeld die Einziehung von 20 Millionen Euro aus Ignatovas Vermögen an. Durch internationale Rechtshilfe – insbesondere über die Kanalinsel Guernsey – konnten nun exakt 10.087.803,14 Euro erlöst werden. Das Geld stammt aus dem Verkauf zweier Londoner Luxuswohnungen der Flüchtigen, deren Zahlungen einst über einen Zahlungsdienstleister im westfälischen Greven liefen.

Aggressiver Vertrieb

Ignatova gründete "OneCoin" 2014 und bewarb das System als Bitcoin-Konkurrenten. Um Coins zu erhalten, mussten Opfer teure sogenannte "Schulungspakete" kaufen. Der Vertrieb erfolgte oft über Bekannte – ein Ermittler verglich die Verkaufs-Events vor Gericht mit "Tupperpartys". Das FBI schätzt den weltweiten Gesamtschaden auf über vier Milliarden Dollar. Ignatova steht seit 2022 auf der FBI-Liste der zehn meistgesuchten Flüchtigen; für Hinweise sind bis zu fünf Millionen Dollar ausgelobt.

Fahndungsplakat des FBI mit Fotos und Daten von Ruja Ignatova, einer meistgesuchten Flüchtigen.
FBI-Fahndungsliste: Ruja Ignatova © FBI

Wer Anspruch hat und was benötigt wird

Anspruchsberechtigt sind 17.552 Käufer von "OneCoin"-Schulungspaketen, die zwischen dem 9. Dezember 2015 und dem 15. August 2016 Geld an den Grevener Zahlungsdienstleister überwiesen haben. Anträge können schriftlich unter dem Aktenzeichen 6 Js 26/24 V gestellt werden. Als Nachweis dienen Kontoauszüge mit IBAN, Empfänger und Betrag. Bei einer gleichmäßigen Aufteilung der zehn Millionen Euro ergäbe sich rein rechnerisch eine Summe von rund 575 Euro pro Person – die tatsächliche Auszahlungshöhe steht jedoch noch nicht fest.

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