GP Singapur

F1-Alarm: Wenn’s nass wird, droht nächstes Chaos

Start eines Formel-1-Rennens auf nasser Strecke am Sepang International Circuit in Malaysia.
© IMAGO/Icon Sportswire
Nach dem Software-Chaos in Malaysia muss die Formel 1 weiter improvisieren. Ausgerechnet vor dem Singapur-GP setzt die FIA erneut auf eine Notlösung.
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Wenn es nass wird, bekommt die Formel 1 ein Problem! Nach dem Software-Chaos beim Rennen in Malaysia hat der Automobil-Weltverband FIA seine Untersuchung abgeschlossen. Doch ausgerechnet vor dem Grand Prix von Singapur (Sonntag, 14 Uhr, live in ORF 1 und Sky, im Sport24-Liveticker) steht fest: Bei Regen muss erneut die kurzfristig entwickelte Notlösung zum Einsatz kommen. Eine umfassendere Korrektur ist erst für den nächsten Grand Prix in den USA vorgesehen.

Verstappen schlich mit 35 km/h über die Strecke

Beim wegen des Nahostkonflikts nach Malaysia verlegten Bahrain-Grand-Prix hatten mehrere Autos während der Einführungsrunde plötzlich massiv an Leistung verloren. Selbst der spätere Sieger Max Verstappen war betroffen.

"Irgendwann waren wir zu fünft nebeneinander auf der Geraden. Keiner von uns hat verstanden, was da vor sich ging", schilderte der Red-Bull-Star die ungewöhnlichen Szenen.

Besonders kurios war sein Vergleich: "Es war einfach, als ob man mit 35 km/h bergauf fährt und dabei an Geschwindigkeit verliert."

Auch Lewis Hamilton blieb mit seinem Ferrari liegen. Der Start musste abgebrochen werden. Erst nachdem die FIA gemeinsam mit den Teams eine kurzfristige Softwarekorrektur vorgenommen hatte, konnte das Rennen mit erheblicher Verspätung beginnen.

FIA räumt Schwächen bei den Tests ein

Inzwischen steht auch die technische Ursache fest. Laut FIA-Untersuchung trat das Problem bei niedrigen Motordrehzahlen in bestimmten Streckenabschnitten auf. Dort griff bei nassen Bedingungen eine Begrenzung der elektrischen Leistung um 250 Kilowatt.

Durch einen Softwarefehler fiel die Leistung bei einigen Fahrzeugen stärker ab als vorgesehen und ließ sich in den betroffenen Abschnitten nicht wiederherstellen. Die Autos verloren dadurch massiv an Geschwindigkeit.

Die Untersuchung offenbarte zudem Lücken bei der Vorbereitung auf die neuen Antriebseinheiten. Laut FIA waren die Möglichkeiten, die Software unter realistischen Regenbedingungen zu testen, begrenzt.

Künftig sollen die Prüfverfahren verschärft werden. Neben den Teams und Motorenherstellern wird auch der Lieferant der standardisierten Steuerelektronik stärker eingebunden.

Singapur wird zum nächsten Härtetest

Für das Rennen auf dem Marina Bay Street Circuit kommt eine umfassendere Lösung allerdings zu spät. Sollte Regen erwartet werden, setzt die FIA erneut auf jene Softwarekonfiguration, mit der das Rennen in Sepang schließlich gestartet werden konnte.

Eine weitere Anpassung ist erst für den Grand Prix der USA am 25. Oktober vorgesehen.

Besonders heikel: In Singapur steht das letzte Sprintwochenende der Saison auf dem Programm. Bereits am Samstag (11 Uhr, live in ORF 1 und Sky) werden WM-Punkte vergeben, ehe am Sonntag das Nachtrennen folgt.

Schon unter normalen Bedingungen zählt Singapur wegen der tropischen Temperaturen, hohen Luftfeuchtigkeit und wenigen Überholmöglichkeiten zu den körperlich anspruchsvollsten Rennen des Jahres.

Die Merlion-Statue spuckt Wasser vor Singapurs Skyline und Marina Bay, viele Menschen sind anwesend.
Auch abseits der Rennstrecke könnte die schlechte Luftqualität das Rahmenprogramm des Formel-1-Wochenendes beeinträchtigen. © IMAGO/PsnewZ

Auch Smog bereitet der FIA Sorgen

Zusätzlich bereiten der FIA massive Wald- und Torfbrände im benachbarten Indonesien Sorgen. Der Wind trägt den Rauch von den Inseln Sumatra und Kalimantan teilweise Hunderte Kilometer weit bis nach Singapur. Die Luftqualität liegt bereits im gesundheitlich bedenklichen Bereich. Bei einer weiteren Verschlechterung könnten Veranstaltungen im Freien eingeschränkt werden. Das Rennen selbst ist derzeit nicht gefährdet.

Ein brennender Wald bei Nacht mit hohen Flammen und dichtem Rauch in Palembang, Indonesien.
Massive Wald- und Torfbrände in Indonesien sorgen für dichten Rauch, der bis nach Singapur zieht und die Formel 1 beschäftigt. © IMAGO/Anadolu Agency

Für die Formel 1 wird Singapur damit gleich in mehrfacher Hinsicht zur Belastungsprobe. Während die Piloten mit Hitze und möglicherweise schlechter Luft kämpfen, muss die FIA darauf vertrauen, dass ihre provisorische Softwarelösung auch bei erneutem Regen funktioniert.

Die nächste umfassendere Korrektur soll erst beim US-Grand-Prix am 25. Oktober zur Verfügung stehen.

Singapurs Skyline bei Sonnenuntergang, beleuchtete Hochhäuser und Flussufer aus der Luftansicht.
Spektakuläre Kulisse: Auf dem Marina Bay Street Circuit steigt am Sonntag der Große Preis von Singapur. © Getty Images

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