Fernwärme-Coup
St. Pölten startet Heiz-Revolution
Wärmeanlagereich (EVN) und das Spanplattenwerk Egger in Unterradlberg haben sich auf eine neue Partnerschaft geeinigt. Von dort sollen ab Ende 2027 im Winter zehn Megawatt Heißwasser ins Fernwärmenetz fließen – das entspricht etwa zehn Prozent des gesamten Wärmebedarfs der Fernwärmekunden in der Landeshauptstadt. Oder anders gerechnet: Mit zehn Megawatt könnte man rund 333.333 Handys mit einem 30-Watt-Ladegerät gleichzeitig aufladen.
Für St. Pölten bedeutet das einen wichtigen Schritt weg vom Gas und hin zu mehr regionaler Energie. Dafür wird im Egger‑Werk kräftig umgebaut. Eine neue Dampfturbine soll Strom für den Betrieb erzeugen, während der entstehende Abdampf direkt in die Fernwärme wandert. Zusätzlich wird eine Wärmepumpe installiert, die Abwärme aus einer bestehenden Turbine nutzt. Die EVN baut parallel die nötigen Leitungen vom Kraftwerk bis zur bestehenden Fernwärmeleitung. Die Kosten dafür werden mit rund zehn Millionen Euro beziffert.
Egger selbst steckt ebenfalls einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag in die Modernisierung. Die Kombination aus Biomasse, Turbinenkraft und Abwärmenutzung soll die Versorgung von St. Pölten. nicht nur stabiler, sondern auch umweltfreundlicher machen.
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