Schock-Zahlen

Trauriger Rekord: Fast 1.000 Hitze-Tote in Österreich

Im heurigen Sommer gab es einen traurigen Hitze-Todesfälle-Rekord. Die AGES-Berechnung für den Sommer 2026 liegt deutlich über den bisherigen Höchstwerten.
OE24 auf Google bevorzugen

Wien. Noch nie seit Beginn des Hitzemortalitätsmonitorings im Jahr 2017 ist die geschätzte Zahl der mit Hitze in Zusammenhang stehenden Todesfälle in Österreich für die Monate Juni bis August so hoch gewesen wie heuer. Nach der aktuellen Auswertung der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wird die Zahl der hitzebedingten Toten für den Zeitraum auf 995 geschätzt. Das 95-Prozent-Unsicherheitsintervall reicht von 625 bis 1.276 Todesfällen, so die AGES am Freitag.

Damit liegt die Schätzung für den Sommer 2026 deutlich über den bisherigen Höchstwerten. Für Juni bis August 2024 hatte die AGES 948 hitzebedingte Todesfälle geschätzt, für 2025 waren es 428. Die jährlichen Schätzungen für den Zeitraum Juni bis August lagen seit 2017 zwischen 324 (2020) und 948 Todesfällen (2024).

Balkendiagramm zeigt steigende Hitzetote in Österreich von 2017 bis 2026, Höchstwert 995 in 2026.
Geschätzte Anzahl hitzebedingter Todesfälle jeweils Juni bis August, 2017-2026, Quelle: Gesundheitsministerium/AGES © APA

Heißester Sommer der Messgeschichte

Die Entwicklung fällt mit dem heißesten Sommer der 260-jährigen Messgeschichte zusammen. An mehr als 100 Messstationen der Geosphere Austria wurden neue Temperaturrekorde verzeichnet. Erstmals seit Beginn der Messungen stieg die Temperatur sogar über 41 Grad. Dabei wurde mit 41,2 Grad am 5. August 2026 in Bad Deutsch-Altenburg (Niederösterreich) ein neuer Rekord bei der Zahl der Hitzetage erreicht, zudem gab es drei Tage in Folge mit Temperaturen von mindestens 40 Grad.

Karte zeigt starke Hitzewellen im Sommer 2026 in Europa; viele Regionen extrem heiß markiert.
Juni bis August, Abweichung vom Durchschnitt 1991 bis 2020 in Grad Celsius. Quelle: Copernicus, Natural Earth. © APA

Auch der Juli war außergewöhnlich heiß: Mit 40,3 Grad wurde der bisherige österreichische Julirekord von 1983 deutlich übertroffen. Im Juni wurde an rund der Hälfte der 277 Wetterstationen in Österreich die Marke von 35 Grad erreicht oder überschritten.

Die AGES weist darauf hin, dass es sich bei den Angaben um Schätzungen für den jeweils gesamten betrachteten Zeitraum handelt und nicht um eine fortlaufende Zählung von Todesfällen. Bei der Berechnung wird auch berücksichtigt, dass sich die Auswirkungen von Hitze auf die Sterblichkeit bis in die Folgetage erstrecken können. Dadurch können Schätzungen für einzelne Zeiträume nachträglich von zuvor veröffentlichten Werten abweichen.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden