Spektakuläre Beichte nach vier Jahrzehnten: Pop-Ikone Thomas Anders packt in einer neuen RTL-Dokumentation aus und verrät, warum Modern Talking damals einen dramatischen Nervenzusammenbruch für das größte Jugendmagazin Deutschlands komplett erfinden musste.
Wer in den 1980er-Jahren den Fernseher einschaltete, kam an ihnen nicht vorbei: Thomas Anders, Dieter Bohlen und natürlich die legendäre „Bravo“. Dass im Pop-Zirkus gerne einmal geflunkert wird, ist kein Geheimnis. Doch im Fall von Modern Talking mutierte eine handfeste Eifersuchtsszene kurzerhand zum medizinischen Notfall. Am Sonntagabend (17. Mai) packte Thomas Anders (63) in der RTL-Dokumentation „70 Jahre Bravo - Das große Jubiläum“ aus und gestand eine jahrzehntealte Inszenierung.
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Der Auslöser des Dramas passierte 1986 in Paris. Das Duo stand auf dem Karrierehoch, ein wichtiger TV-Auftritt in Frankreich war gebucht. Moderiert wurde die Show von Désirée Nosbusch – und genau das war das Problem. Anders’ damalige Ehefrau Nora mutierte laut seinen Aussagen zum eifersüchtigen Rumpelstilzchen: „Meine Ex-Frau ist natürlich ausgerastet. Und dann sind wir abgereist.“
Ein Doppelgänger und eine fette Story
Während Dieter Bohlen die Show kurzerhand mit einem Thomas-Anders-Doppelgänger im Vollplayback durchzog, brauchte man für die Heimat eine Ausrede für das plötzliche Verschwinden des Sängers. „Man musste eine Geschichte erfinden, warum ich abgereist bin. Und die musste ziemlich groß sein“, erinnert sich Anders in der Doku. Die kreative Lösung des Managements: Ein inszenierter Nervenzusammenbruch. „Das zieht immer“, so der Sänger heute schmunzelnd. Die „Bravo“ biss an und druckte die ganz große Titelstory.
Dabei war das Verhältnis zum Jugendmagazin von Anfang an speziell. Schon vor dem ganz großen Durchbruch dichtete ihm das Heft die Schlagzeile „Ich habe noch nie ein Girl geküsst“ an. Die Quittung folgte prompt am Schulhof: „Der liebenswerte Hausmeister hatte die Seite rausgerissen und ans schwarze Brett gehängt.“ Später war die Intimsphäre ohnehin Geschichte – die Reporter filmten Anders sogar in der Badewanne.
Die Ironie der Geschichte: Der künstlich herbeigeredete Zusammenbruch sollte den Popstar kurze Zeit später im echten Leben einholen. Nach drei Jahren Dauerstress im Modern-Talking-Heißlauffieber war Anders völlig ausgebrannt. Heute würde man dazu Burnout sagen – damals war es schlicht die harte Realität nach einer perfekt inszenierten Scheinwelt.