Prozess

Nach EM-Prank: YouTube-Star vor Gericht

Mit einem Stadion-Streich wurde er millionenfach geklickt. Jetzt beschäftigt die Aktion die Justiz. YouTuber Marvin Wildhage muss sich in München vor Gericht verantworten, nachdem er sich bei der Fußball-EM als falsches Maskottchen ins Eröffnungsspiel geschmuggelt haben soll. 

Dem 29-Jährigen wird vorgeworfen, sich beim EM-Auftaktspiel zwischen Deutschland und Schottland im Sommer 2024 mit gefälschten Dokumenten Zugang zur Allianz Arena verschafft zu haben. Laut Anklage gelangte er dabei nicht nur bis in den Innenbereich des Stadions, sondern zeitweise sogar direkt ans Spielfeld.

Fake-Maskottchen bei EM-Spiel

Für die Aktion hatte Wildhage offenbar ein eigenes Kostüm vorbereitet und angeblich auch manipulierte Akkreditierungen verwendet. In einem später veröffentlichten Video zeigte der Influencer detailliert, wie er sich Schritt für Schritt Zugang zum Stadion verschaffte.

Der Clip verbreitete sich rasant auf YouTube und wurde inzwischen millionenfach angesehen. Zu sehen sind darin unter anderem die Vorbereitung des Kostüms, gefälschte Ausweise und Szenen aus dem Stadionbereich während des EM-Spiels.

Knast für Prank?

Die Staatsanwaltschaft wirft dem YouTuber unter anderem Urkundenfälschung und das Erschleichen von Leistungen vor. Im Raum stehen eine Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. Zunächst soll gegen Wildhage bereits ein Strafbefehl ergangen sein. Dagegen legte der Influencer jedoch Einspruch ein. Deshalb landete der Fall nun vor Gericht.

„Auf Missstände aufmerksam machen“

Wildhage verteidigt die Aktion bis heute. Sowohl in seinen Videos als auch zum Prozessauftakt erklärte er, er habe auf Sicherheitsprobleme bei Großveranstaltungen aufmerksam machen wollen. „Ich sehe es als meine Aufgabe, auf Missstände aufmerksam zu machen, sie in die Öffentlichkeit zu tragen“, sagte der YouTuber laut Tag24 vor Gericht.

In sozialen Netzwerken sorgt der Fall seit Monaten für Diskussionen. Während einige Fans die Aktion als cleveren Sicherheits-Test feiern, sehen Kritiker darin eine gefährliche Grenzüberschreitung.

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