Liedermacher-Legende Reinhard Mey erhält mit 83 Jahren auf einen Schlag 24 zusätzliche Gold- und Platin-Auszeichnungen. Ein Team deckte auf, dass wegen Archivfehlern bei Label-Übernahmen jahrzehntelang verdiente Ehrungen einfach ausblieben.
Reinhard Mey (83) gilt als einer der bedeutendsten Singer-Songwriter Deutschlands. Doch während seine Alben seit über 60 Jahren die Charts stürmen, klaffte in seiner Award-Sammlung eine gewaltige Lücke. Wie nun bekannt wurde, verdoppelt sich die Anzahl seiner Goldenen Schallplatten fast über Nacht – von bisher 21 auf insgesamt 45 Auszeichnungen.
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Die Lücke zwischen 1975 und 2000
Aufgefallen war das Kuriosum einem aufmerksamen Freund aus Meys Umfeld. Während der Musiker für seine frühen Werke bis Mitte der 1970er-Jahre und für seine Alben der letzten 25 Jahre regelmäßig Edelmetall erhielt, blieb die Zeit dazwischen offiziell "leer" – und das, obwohl seine Platten auch damals konstant hohe Verkaufszahlen lieferten.
Der Grund für den Fehler liegt in der Firmenhistorie:
- Mey blieb seinem Label zwar treu, dieses wurde jedoch zweimal übernommen.
- Archive von Intercord (übernommen von EMI 1994) und EMI (übernommen von Universal 2013) wurden offenbar nicht lückenlos abgeglichen.
- Die GfK-Daten bestätigten nun den massiven Nachholbedarf.
Platin und Triple-Gold im Paket
Die Überprüfung durch das Label Universal Music und den Bundesverband Musikindustrie (BVMI) ergab, dass Mey deutlich mehr Anerkennung verdient hat, als bisher dokumentiert war. Unter den 24 nachgereichten Awards befinden sich:
- 1x Platin-Auszeichnung
- 1x Triple-Gold-Status
- Zahlreiche Goldene Schallplatten für Alben aus den "vergessenen" Jahrzehnten
Erfolg ohne Kalkulation
Reinhard Mey selbst, der erst kürzlich mit seinem Album „Nach Haus“ als über 80-Jähriger die Spitze der Album-Charts erreichte, reagiert gewohnt bescheiden. Für ihn standen Verkaufszahlen nie im Fokus.
„Kein Lied hat er jemals mit diesem Vorsatz geschrieben“, heißt es auf seiner offiziellen Website.
Chart-Comeback
Dass nun Klassiker nachträglich geehrt werden, passt zu seinem aktuellen Lauf: Erst im November 2025 feierte sein über 55 Jahre altes Lied „In meinem Garten“ ein bizarres Chart-Comeback auf Platz 15, nachdem es in einer Netflix-Dokumentation über den Rapper Haftbefehl zu hören war. Der "Zahlenmensch" Mey mag er nicht sein, doch die Statistik gibt seinem künstlerischen Schaffen nun endlich vollumfänglich recht.