"Schönes Ende"

Letzte Premiere für Josefstadt-Direktor Föttinger

"Was für ein schönes Ende" heißt es am Mittwoch im Theater in der Josefstadt. Peter Turrini hat für die letzte Premiere der 20-jährigen Ära von Direktor Herbert Föttinger seine Beschäftigung mit dem Librettisten Lorenzo da Ponte und seinen letzten Lebensjahren in Santa Fe wiederaufgenommen.

Kurz vor Ende seiner Zeit als Direktor blickt Herbert Föttinger Föttinger auf seine Zeit zurück und zählt in der Aussendung etwa 20 Millionen Euro an Sponsorengeldern, die Generalsanierung der Josefstadt 2007, die Generalsanierung der Kammerspiele 2013 oder die Errichtung zweier neuer Probebühnen auf. Dem Publikum wurden 288 Premieren, davon 70 Uraufführungen und 38 Österreichische Erstaufführungen, geboten. Gegenüber der APA fasste es Föttinger so zusammen: "164 Siege. 53 Niederlagen. 71 Unentschieden."

foettingerSinger
Zu ÖSTERREICH fällt mir spontan ein: brilliant, super, toll, hervorragend. Eine abwechslungsreiche Lektüre, auf die ich am Morgen nicht mehr verzichten möchte. Gratulation zu diesem Medium.
© Singer

"Mein Stück Was für ein schönes Ende handelt von einem Menschen, der zu den glanzvollsten Erscheinungen Wiens gehörte und aus ebendieser Stadt vertrieben wurde. Er schrieb unsterbliche Werke, die sich über die ganze Welt verbreiteten, aber noch zu seinen Lebzeiten verschwand sein Name von allen Plakaten. Ich rede von Lorenzo Da Ponte, der eigentlich Emanuele Conegliano hieß und ein Jude aus dem Ghetto von Venedig war. Der ein vielbejubelter Hofdichter Joseph des Zweiten wurde, und der von heute auf morgen in Ungnade fiel. Der Schulden machte und vor seinen Gläubigern nach Amerika floh. Der bei seinen Versuchen, in der neuen Welt Fuß zu fassen, scheiterte. Der als Brandyverkäufer mit einem Schnapswagen herumtingelte und der am italienischen Friedhof in New York als weithin Unbekannter begraben wurde. Schon wenige Jahre nach seinem Tod wurde der Friedhof eingeebnet und seither steht auf seinem Grab die amerikanische Zentrale von Kraft’s Ketchup", so beschreibt Turrini sein Werk.

Im Herbst tritt Marie Rötzer (58), derzeit Intendantin am Landestheater Niederösterreich, die Nachfolge von Langzeitdirektor Herbert Föttinger als Direktorin des Theaters in der Josefstadt an.

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