Musical-Genie
"Ich bin ein trockener Alkoholiker": Andrew Lloyd Webber bricht sein Schweigen
Andrew Lloyd Webber geht mit seiner Vergangenheit radikal ins Gericht. Seit sechzehn Monaten lebt der Musical-Star nun abstinent. „Ich bin ein trockener Alkoholiker“, gestand er gegenüber der Zeitung „The Times“. Die Entscheidung, sich endlich professionelle Hilfe zu suchen, bezeichnet er heute als den besten Schritt seines Lebens. Zwischen Mittwoch und Mittwoch, 6. Mai, zieht er nun einen endgültigen Schlussstrich unter sein altes Hobby und lässt seine wertvolle Weinsammlung beim Auktionshaus Christie’s versteigern.
Angst um die eigene Kreativität
Der Weg zur Nüchternheit war für den Komponisten von Rückschlägen geprägt. Über Jahrzehnte hinweg gehörte Alkohol fest zu seinem Alltag. Webber gab zu, dass er lange die Sorge hatte, ohne Promille nicht mehr kreativ sein zu können. Zwar versuchte er bereits früher, mit dem Trinken aufzuhören, doch die Versuche scheiterten oft. Er trank heimlich weiter, im Glauben, niemand würde es bemerken. Heute reflektiert er diese Zeit kritisch: „Man glaubt, es sei ein Geheimnis – aber das ist es nicht. Alle wissen es.“
Täglicher Halt bei den Anonymen
Ein Aufenthalt in einer Entzugsklinik vor rund anderthalb Jahren brachte noch nicht die ersehnte Rettung. Den wirklichen Wendepunkt markierte erst der Beitritt zu den Anonymen Alkoholikern. Mittlerweile besucht der 78-Jährige täglich Treffen, egal wo auf der Welt er sich gerade aufhält. Als ständige Erinnerung trägt er zwei Lederarmbänder, eines davon zu Ehren seines 2023 verstorbenen Sohnes Nicholas. Auch in der österreichischen Kulturlandschaft, in der Webbers Werke seit Jahrzehnten zum Fixprogramm gehören, ist das Thema Suchtbewältigung ein wichtiges Anliegen, das durch solche Beichten enttabuisiert wird.
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Wein-Auktion für guten Zweck
Der Erlös der bevorstehenden Versteigerung, der auf rund 340.000 Euro geschätzt wird, soll dem „Music in Secondary Schools Trust“ zugutekommen. Unter den Hammer kommen edle Tropfen wie Château-Pétrus-Weine, die pro Kiste etwa 57.000 Euro wert sind. Für Webber ist der Verkauf seiner Sammlung, die er seit seinem 15. Lebensjahr aufgebaut hat, ein wesentlicher Teil seines neuen Lebensweges. Der Komponist blickt nun positiv in die Zukunft und zeigt, dass es für einen ehrlichen Neuanfang nie zu spät ist.
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