Offener Brief

Eklat um Salzburger Festspiele: Künstler-Aufstand nach Hinterhäuser-Rauswurf!

Nach der abrupten Beurlaubung des Festspiel-Intendanten Markus Hinterhäuser formiert sich massiver Widerstand aus der Kulturszene: In einem Offenen Brief verurteilen zahlreiche Künstler die Entscheidung des Kuratoriums als intransparent und stellen sich demonstrativ hinter den Kulturmanager. 

Die abrupte Entlassung des Salzburger Festspiel-Intendanten Markus Hinterhäuser (68) zieht weite Kreise. Nachdem das Kuratorium am 26. März eine sofortige Beurlaubung ausgesprochen hatte, formiert sich nun massiver Widerstand aus der Kulturszene. Zahlreiche renommierte Künstler stellen sich demonstrativ vor den in die Kritik geratenen Kulturmanager.

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Die Wogen in der Mozartstadt glätten sich nicht. Der jähe Rauswurf von Markus Hinterhäuser, der offiziell mit „Auffassungsunterschieden und Differenzen“ begründet wurde, wird von den Kunstschaffenden keineswegs stillschweigend hingenommen. In einem Offenen Brief schlägt nun eine Riege namhafter Künstler – von denen viele im kommenden Sommer selbst auf den Bühnen der Salzburger Festspiele stehen werden – vehement Alarm.

„Beispielloser Vorgang“ ohne Transparenz

Die Verfasser des Schreibens üben scharfe Kritik an der Vorgehensweise der Festspielführung. Sie verurteilen die Freistellung als einen „beispiellosen, entwürdigenden und nicht nachvollziehbaren Vorgang“. Der Vorwurf wiegt schwer: Hinterhäuser sei einer öffentlichen Vorverurteilung zum Opfer gefallen, gänzlich ohne ein transparentes Verfahren. Demgegenüber unterstreichen die Unterzeichner ihre eigene, jahrelange Verbundenheit mit dem Intendanten, mit dem sie stets in einem „kontinuierlichen Dialog“ für eines der prägendsten Kulturfestivals Europas gewirkt hätten.

Brisantes Timing im Schatten schwerer Vorwürfe

Die Causa erhält durch den Faktor Zeit eine zusätzliche Brisanz. Am 17. Juli soll der Festspielsommer feierlich eröffnet werden – ein Großteil der anstehenden Produktionen trägt unverkennbar die künstlerische Handschrift Hinterhäusers. 

 

 

 

Der Beurlaubung vorausgegangen waren publik gemachte Vorwürfe im deutschen Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Darin skizzierten Mitarbeiter ein von autoritären Zügen geprägtes Führungsverständnis des Intendanten. Eine ehemalige Angestellte schilderte, dass sich seine verbalen Ausfälle „gewalttätig angefühlt“ hätten. Im Festspielhaus herrsche blanke „Angst“. Die Ex-Mitarbeiterin betonte überdies, es gäbe hier „nur einen Täter und sehr viele Opfer“, und warnte eindringlich vor einer drohenden „Täter-Opfer-Umkehr“.

Anschuldigungen der Ex-Schauspielchefin

Auch Marina Davydova (59), die das Haus im November 2024 als Schauspielchefin verlassen musste, meldete sich im „Spiegel“ zu Wort und zeichnete ein äußerst kritisches Bild: „Mit Frauen tut er sich besonders schwer“. Sie berichtete von einer lautstarken Auseinandersetzung, in der Hinterhäuser sie angeschrien habe: „Was grinst du mich so verächtlich an?“ gefolgt von dem Vorwurf: „Du respektierst mich nicht!“.

Eklat um Salzburger Festspiele: Künstler-Aufstand nach Hinterhäuser-Rauswurf!
© APA

Sorge um den Gründergeist der Festspiele

Trotz dieser massiven Vorwürfe aus dem Inneren des Betriebs bemühen sich die Künstler in ihrem Offenen Brief um eine differenzierte Betrachtungsweise. Sie halten explizit fest, dass sie keinen Anspruch darauf erheben, die persönlichen Erfahrungen Dritter zu kennen oder gar zu bewerten. Nichtsdestotrotz bleibt für sie die Entscheidung des Kuratoriums ein Rätsel: Es sei schlichtweg nicht erkennbar, was einen derart drastischen Einschnitt rechtfertigen könnte.

Abschließend formulieren die Kunstschaffenden laut BILD eine eindringliche Warnung: Eine derartige Härte im Vorgehen füge nicht nur der renommierten Institution erheblichen Schaden zu, sondern treffe auch die mit ihr verbundenen Menschen und die gemeinsame künstlerische Vision. Letztendlich, so der warnende Tenor des Schreibens, werde dadurch genau jener freie Geist beschädigt, aus dem heraus die Salzburger Festspiele vor über einem Jahrhundert aus der Taufe gehoben wurden.

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