Dienstag ab 21 Uhr blickt die Song-Contest-Welt das 1. Mal nach Wien. Große TV-Show zum 1. Semifinale, bei dem 10 von 15 Ländern das Finale-Ticket lösen. Schon am Montagnachmittag stieg dafür in der Wiener Stadthalle die 1. Durchlauf-Probe. oe24 war live dabei.
Der 70. Song Contest startet mit der Europa-Hymne und der Siegerin von 1972. Vicky Leandros (73) gibt mit ihrem Welthit „L“amour est bleu„ das Motto vor. Nicht blau, sondern rot und glitzernd ist das Song-Contest-Outfit von Victoria Swarovski, die mit den Worten “Good evening, Europe and hello to the rest of the world!” den Song Contest eröffnet. Ihr Moderationspartner Michael Ostrowski, ganz in Weiß gekleidet, glänzt dabei mit Französischkenntnissen. Und das so sehr, dass ihn Swarovski mittels Fernbedienung umschaltet. Auf Rapid-Englisch. Leider kein Vergleich zur gelungenen und wirklich witzigen Moderation von Hazel Brugger im Vorjahr.
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Dafür passt die Musik! Satoshi aus Moldau liefert mit „Viva Moldova“, wo es Trickfilme, Feuersalven und einen beeindruckenden Kleidertrick gibt, ein starkes Party-Opening. Vor der Schwedin Felicia, die eine gespenstische Rotlicht-Show zu „My System“ liefert, gibt’s das 1. Hoppala und dadurch eine verlängerte Umbaupause. Die Kroaten Lelek inszenieren ihre Show „Andromeda“ als Hexenzirkel.
Mit Startnummer 4 kommt der Geheimfavorit: der griechische Wirbelwind Akylas inszeniert den Mitsinghit „Ferto“ als witziges Jump-and-Run-Videospiel. Auftritt in einer Spiegelbox, Tanz auf einem Haus und Rollerfahrt über die Bühne inklusive. Dafür gab’s schon bei der Probe den meisten Applaus.
Langweiliger Männergesangsverein
Nach dem langweiligen portugiesischen Männergesangsverein Bandidos do Cante und den „Gelben Engeln“ Bizbeki aus Georgien meldet sich Swarovski erstmals von einer Couch im „Green Room“, der heuer wie ein Wiener Kaffeehaus angelegt ist: „Bussi an die Mama“ inklusive.
Ein Warm-up für Finalist Sal Da Vinci (Italien), der seine Show „Per sempre sì“ im Theater-Setting mit einer strippenden Braut abhält, und die ganz großen Wett-Favoriten: Die Finnen Linda Lampenius & Pete Parkkonen inszenieren das Klassik-Pop-Crossover „Liekinheitin“ zwischen Felsen und Beichtstuhl. Dauerlauf und Violin-Solo inklusive. Alles klinisch perfekt, aber etwas gar leblos.
Montenegro liefert einen düsteren 3-Akter mit 4 Nonnen, und Estland erinnert mit dem Ohrwurm „To Epic to be True“ an ein Bryan-Adams-Video. Das perfekte Vorspiel für den großen ESC-Aufreger Israel. Noam Bettan versteckt sich zur Ethno-Hymne „Michelle“ zunächst in einem überdimensionalen Diamant-Konstrukt und wirbelt dann mit fünf heißen Tänzern über die Bühne. Anerkennender Applaus, die Buh-Rufe blieben aus.
Weiße Engels
Sarah Engels, die im 1. Semifinale ebenfalls außer Konkurrenz antritt, startet in einem weißen Umhang und auf einem Video-Würfel liegend. Dazu gibt’s zu „Fire“ einen Strip ins knappe Gold-Outfit, viel Feuer, noch mehr Popo-Wackeln und einen inszenierten Bühnenabsturz. Sowie technische Probleme: Sie durfte die Probe wiederholen.
Essyla aus Belgien fährt zu „Dancing on the Ice“ mit der Windmaschine und vier Schneemännern auf. Lion Ceccah aus Litauen steigt plötzlich aus seinem Kostüm, das auch einen Videogeist enthüllt, und Boy George ist beim Duett „Supestar“ mit Senhit für San Marino kaum 30 Sekunden auf der Bühne. Erst mit dem letzten Refrain erscheint er aus einem Spiegelhaus. Ob das für das Finale reicht?
Die Polin Alicja, die mit 4 Tänzern auf einer Art Sprungschanze rumturnt, und das Höllenfeuer der serbischen Metal-Band Lavina setzen den Schlusspunkt einer ESC-Show, die alle jahrelang vertrauten Ingredienzen bietet: von der Windmaschine über Video-Tricks bis zum Feuerwerk. Finnland, Griechenland und Israel werden damit fix die Final-Qualifikation schaffen. Alle anderen müssen wohl zittern.