Im Juli

Seiler: Festival-Auftritt nach Koks-Gewalt - wars das schon mit Therapie & Reue?

Der Fall Christopher Seiler weitet sich zu einer Debatte über moralische Grenzen und vertragliche Verpflichtungen aus.

Nachdem eine Frau Anfang März Anzeige gegen den  „Seiler & Speer“ -Sänger erstattet hat, steht die Musikwelt unter Schock. Christopher Seiler selbst versuchte vergangene Woche mit einem Instagram-Statement die Flucht nach vorne, löste damit jedoch neue Fragen aus.

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Armin Wolf hinterfragt „gewaltfreies“ Geständnis

In seinem Posting räumte  Seiler  ein, einer Frau Kokain auf die Lippen geschmiert zu haben. Er beteuerte jedoch, dass dies ohne körperliche Gewalt oder sexuellen Übergriff geschehen sei. Diese Schilderung stieß bei ZiB-Moderator Armin Wolf auf Unverständnis. Live auf ORF2 hinterfragte Wolf die Logik hinter dieser Aussage: Wie könne eine solche Handlung ohne die Anwendung von Gewalt oder Zwang überhaupt stattfinden?

Seiler: Festival-Auftritt nach Koks-Gewalt - wars das schon mit Therapie & Reue?
© zeidler

Lustenau hält an Konzerttermin fest

Trotz der laufenden Ermittlungen und des öffentlichen Drucks ziehen die ersten Veranstalter Konsequenzen – oder eben nicht. Für das Szene Openair in Lustenau (Ende Juli) gibt es derzeit keine Absage, die so begründet wird:

  • Vertragstreue: Veranstalter Hannes Hagen bestätigte gegenüber dem ORF Vorarlberg, dass man an den bestehenden Verträgen festhalte.
  • Beobachtung: Man verfolge die rechtliche Aufarbeitung sehr genau, sehe aber aktuell keine Grundlage für eine Stornierung des Auftritts.
  • Unschuldsvermutung: Rechtlich befindet sich das Verfahren noch in einem frühen Stadium, weshalb viele Partner vorerst abwarten.

Hat er nicht was zu tun? Stichwort Therapie

Während die Details der Anzeige weiterhin unter Verschluss gehalten werden, bleibt die öffentliche Meinung gespalten. Die Frage stellt sich, ob der Musiker überhaupt Zeit hat für Auftritte, wenn er sich wie angekündigt um einen Drogenentzug kümmern will und um das laufende Verfahren gegen ihn kümmern muss. Ob weitere Veranstalter dem Beispiel aus Lustenau folgen oder Werbepartner abspringen, werden die nächsten Wochen zeigen.

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