Instagram-Beichte

Ex-Ö3-Star Kratky über Depressionen: "Kann fast nichts tun"

Der ehemalige Ö3-Wecker-Star zeigt sich auf Instagram verletzlich und spricht offen über seine Depressionen und seinen neuen Alltag nach dem Radio-Aus. 

Die digitale Welt neigt zur permanenten Inszenierung des Glücks, und auch auf den Kanälen von Robert Kratky dominierten zuletzt die klassischen Chiffren eines unbeschwerten Müßiggangs: Sonne, Wellen und das unbeschwerte Lebensgefühl an Bord eines Bootes. Es ist dies jene Realität, die sich der langjährige Ö3-Wecker-Präsentator erhofft haben dürfte, als er im August vorigen Jahres völlig überraschend das Handtuch warf, um seine physische und psychische Gesundheit zu schützen. Nun jedoch demontiert der Publikumsliebling das selbst geschaffene Idyll mit bemerkenswerter Radikalität. Mit dem Eingeständnis „Meine Realität sieht tatsächlich etwas anders aus“ konfrontiert er seine Anhängerschaft mit einer ungeschminkten Wahrheit, die so gar nicht in das gängige Narrativ der sozialen Medien passen will. 

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Hinter den Kulissen der scheinbar makellosen Kulisse kämpft Kratky gegen die Lähmung durch eine schwere Erkrankung an. In zwei von vier Wochen seien seine Depressionen dergestalt, dass er fast nichts tun könne, offenbart der Moderator. Es ist eine Tyrannei der eigenen Psyche, gegen die er sich jedoch gemeinsam mit professioneller Unterstützung zur Wehr setzt, wie der Nachsatz „Aber wir arbeiten dran“ signalisiert. Dass zu dieser seelischen Ausnahmesituation gegenwärtig ein massives körperliches Gebrechen hinzukommt, verleiht der aktuellen Lage eine zusätzliche, fast tragische Komponente. Eine Fußverletzung zwingt ihn zu einem Gang, den er selbst mit dem „Glöckner von Notre Dame“ vergleicht, wodurch Sehnsüchte wie Motorradfahren oder Fallschirmspringen in weite Ferne rücken.

 


 

Physischer Schmerz

Zu allem Überdruss manifestiert sich der körperliche Ausnahmezustand in akuten Rückenschmerzen, ausgelöst durch einen eingeklemmten Nerv, der selbst das aufrechte Sitzen zur Tortur werden lässt. Selbst banale Missgeschicke des Alltags, wie ein an einer gebrannten Mandel lädiertes Gebiss, bleiben Kratky nicht erspart. Dass Kratky trotz dieser Kumulation an Hürden nicht in Bitterkeit verfällt, verdankt er wohl jenem unzerstörbaren Humor, der ihn über Jahrzehnte hinweg auszeichnete. Mit der ironischen Feststellung „Mir geht's auch oft sehr gut ... dazwischen“ relativiert er das eigene Leid und liefert gleichzeitig ein Plädoyer für mehr Ehrlichkeit in einer Welt, die allzu oft vom schönen Schein blendet.

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