Beim steirischen Smalltalk in der Wiener Innenstadt ließ Andreas Gabalier eine Stunde lang tief blicken. Dabei wurden auch die alten Skandale und Probleme wieder zum Thema
Es war ein Heimspiel auf fremdem Parkett. Thomas Beran, Brand Director von Audi Österreich, begrüßte eine illustre Runde in den modernen Räumlichkeiten in der Wiener City, um einem Phänomen auf den Grund zu gehen, das seit nunmehr 16 Jahren die Charts dominiert. Andreas Gabalier, der Mann, der Stadien füllt, präsentierte sich vor dem Wiener Live-Publikum so, wie ihn seine Fans schätzen: authentisch, verwurzelt und mit einer klaren Kante.
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Werte, Wurzeln und Weggefährten
Das Gespräch führte zurück zu den Anfängen in der Steiermark. Gabalier betonte die starke Prägung durch seine Familie und sein enges Umfeld. Besonders hervorgehoben wurde dabei das innige Verhältnis zu seinem Bruder, dem Tänzer und TV-Star Willi Gabalier, sowie die Rolle seines langjährigen Mentors und Förderers Klaus Bartelmuss.
Steirischer Smalltalk mit Gabalier. Auch Bruder Willi war dabei (re.).
Der Volks-Rock'n'Roller ließ keinen Zweifel daran, dass sein Erfolg auf einem Fundament aus traditionellen Werten fußt. Ob Brauchtum, christliche Feiertage oder ein tiefes Heimatbewusstsein – für Gabalier sind dies keine Floskeln, sondern die Leitplanken seines Lebensweges. „Es ist ein großes Glück, in so einem wunderschönen Land wie Österreich leben zu dürfen“, konstatierte der Musiker sichtlich dankbar.
Zwischen Skandalen und Überzeugungen
Natürlich sparte der Abend auch die kontroversen Momente einer beispiellosen Karriere nicht aus. Angesprochen auf die Debatten rund um die Bundeshymne und den Vorwurf, er sei altmodisch, reagierte Gabalier gelassen: „Nein, altmodisch bin ich nicht. Aber es sind Werte, die unser Land ausmachen, und wir sollten nicht zu viel von außen annehmen.“
Ernst Minar und Peter Westenthaler.
Auch das Thema seiner Wohnung in Velden und die damit verbundene mediale Aufmerksamkeit wurden thematisiert. Gabalier sieht dies pragmatisch als Teil der „Marke“ Gabalier: „Es schreibt sich einfach besser. Arrogant gesagt, Gabalier ist eine Marke und verkauft sich besser.“ Dass er zu Beginn seiner Karriere „ins kalte Wasser gestoßen“ wurde, sieht er heute als Teil des Lernprozesses in einer von Schlagzeilen dominierten Medienlandschaft. Österreich sei in manchen Belangen kleinkariert.
Ein Blick in die Zukunft: Tournee und Torte
Für die Fans in der Bundeshauptstadt gab es zudem spannende Neuigkeiten: Im Herbst 2026 startet die große „10 Jahre Unplugged Tour“. Ob auch Wien auf dem Spielplan steht, ist derzeit Gegenstand organisatorischer Abklärungen – ein kürzliches Treffen mit Bürgermeister Michael Ludwig stimme ihn jedoch positiv.
Ein besonderes kulinarisches Highlight setzte der Abschluss des offiziellen Teils: Nach einem Live-Act bedankte sich Sacher-Chef Matthias Winkler standesgemäß mit einer Original Sacher-Torte beim Künstler. Ein süßes Symbol der Wertschätzung, das die Brücke zwischen steirischer Energie und Wiener Tradition schlug.
Andreas Gabalier mit Matthias Winkler und Sachertorte.
Netzwerken bei Schilcher und Schmankerln
Der Abend klang aus, wie es sich für einen „Steirischen Small-Talk“ gehört: bei steirischen Schmankerln und erlesenen Weinen vom Weingut Simon Engel aus Tieschen. Unter den Gästen, die den persönlichen Austausch suchten, fanden sich unter anderem John-Harris-Eigentümer Ernst Minar und Bäckermeister Kurt Mann, die auf Einladung von Veranstalter Thomas Prantner (er musste sich leider krankheitsbedingt entschuldigen) auf einen gelungenen Abend anstießen, der bewies, dass Fleiß und Einsatzbereitschaft – Themen, die Gabalier auch der Jugend ans Herz legte – nach wie vor die sichersten Wege zum Erfolg sind.