"Polizeiruf" schockiert mit Horror-Folter

Brutale Gewalt

"Polizeiruf" schockiert mit Horror-Folter

Der NDR-Krimi löste im Internet eine heftige Debatte um Gewaltdarstellungen aus.

Erst kürzlich sorgte der "Tatort“-Krimi "Franziska" für eine heiße Diskussion in Sachen Gewaltdarstellung und Sendezeit. Denn in der Vorwoche wurde das Krimi-Format aus Jugendschutz-Gründen erst ab 22:00 Uhr wegen seiner Brutalität ausgestrahlt. Dieses Schicksal hätte auch den gerade eben am 12. Jänner im NDR gelaufenen "Polizeiruf" ereilen sollen, jedenfalls wenn es nach der gängigen Meinung der Fans auf Twitter geht.

Aufschrei gegen Brutalo-"Polizeiruf"
Eine Kommissarin wurde dabei niedergestochen. Deren Kollegen fast die Zunge mit einem Folterinstrument  herausgeschnitten und das Blut Floß nur so in Strömen, dass jeder Horror-Film vor Neid erblassen hätte können. Im Grunde genommen ist das ja nichts Anstößiges, denn Horror-Streifen laufen in Hülle und Fülle im Fernsehen. Das einzig problematische darin ist die Sendezeit. Denn der "Polizeiruf" wurde um 20:15 Uhr ausgestrahlt und nicht erst im Nachtprogramm, wie es sich für so viel Brutalität gehören sollte.

Erklärung vom Experten
Professor Joachim von Gottberg von der unabhängigen "Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen“ erklärte in einem Interview mit der Bild am Sonntag, warum der "Polizeiruf" nicht ins Nacht-Programm verfrachtet wurde. "Sobald wie beim Rostocker Polizeiruf ein Fall abgeschlossen und der Mörder verhaftet ist, wird der Krimi von den Zuschauern schnell vergessen", so der Professor. Im Gegensatz dazu ging es beim letzten Tatort um etwas ganz anderes. Hier wurde Franziska qualvoll hingerichtet und dadurch ein Bild ermittelt, als wäre die Welt schlecht und das bleibt bei den Zusehern haften. "Das ist vor allem für jugendliche Zuschauer schwer zu verarbeiten", resümiert von Gottenberg weiter.

Internet schreit auf
Während der Professor den Sachverhalt logisch nachvollziehbar analysiert hatte, gingen im Internet nach der Ausstrahlung des Krimis die Wogen hoch. "Nach dem Polizeiruf erstmal eine Benjamin Blümchen Kassette aus dem Kindergarten rauskamen. Zum Runterkommen", twitterte da etwa ein "Polizeiruf"-Zuseher. "'Franziska' wurde bejungendschutz, weil ein "anhaltendes Bedrohungszenario" vorlag. Ich lass das mal so stehen", zeigte sich eine andere Seherin ein bisschen verwirrt. Ob es demnächst ein Umdenken in Bezug auf Gewaltdarstellungen in den deutschen TV-Krimis geben gibt, wird sich zeigen. Immerhin haben den Fall am 12. Jänner über 8,88 Millionen "Polizeiruf"-Fans gesehen. An Zuspruch scheint es demnach nicht zu mangeln.

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