Klare Linien, dunkles Holz, architektonische Ruhe: Das Wandsystem Ventiquattro von Porro, entworfen von Piero Lissoni, übersetzt Ordnung in ein modulares Raster. Offen und geschlossen im perfekten Gleichgewicht – ein System, das Räume strukturiert, ohne sie zu beschweren.
Ordnung ist 2026 kein Zwang mehr, sondern eine ästhetische Entscheidung. Der neue Interior-Stil sieht Stauraum nicht länger als Nebensache, sondern als gestalterisches Zentrum. Regale, Sideboards und Wandsysteme übernehmen die Rolle ruhiger Raumarchitektur: klar gezeichnet, bewusst platziert, oft dunkel. Es ist ein Abschied von flüchtigen Trends und ein Hinwenden zu Möbeln, die bleiben – visuell wie materiell.
Dunkles Holz
Nussbaum, geräucherte Eiche und tief gebeizte Oberflächen bringen Gewicht und Ruhe in den Raum. Dazu gedeckte Farben: Weinrot, dunkles Braun, Schwarz, manchmal ein fast nächtliches Grün. Die Wirkung ist erwachsen, reduziert, unaufgeregt. Sideboards werden schmaler, präziser, oft wandhängend oder auf filigranen Füßen gelagert – sie wirken weniger wie Möbel, mehr wie Linien und Volumen im Raum.
Ein zentrales Beispiel für diesen neuen Ordnungsgedanken ist das Wandsystem Ventiquattro von Porro, entworfen von Piero Lissoni. Das System ist streng und zugleich überraschend warm. Vertikale Träger und horizontale Böden bilden ein klares Raster, das Offenheit und Geschlossenheit mühelos verbindet. Bücher, Objekte und freie Flächen stehen in einem ausgewogenen Verhältnis – nichts wirkt überladen, nichts zufällig. Ventiquattro ordnet, ohne zu dominieren.
Ruhige Farbflächen
Noch reduzierter zeigt sich das moderne, aufhängbare Sideboard von Porro, ebenfalls von Piero Lissoni. In tiefem Weinrot gehalten, wird es zur ruhigen Farbfläche an der Wand. Die Fronten sind glatt, die Linien präzise, das Volumen schwebend. Farbe wird hier nicht dekorativ eingesetzt, sondern flächig und kontrolliert – ein typisches Stilmittel für 2026, das Tiefe erzeugt, ohne Aufmerksamkeit zu fordern.
Eine andere, weichere Interpretation dieses Trends bietet das Joyce Sideboard von Morelato. Dunkles Holz, feine Details und handwerkliche Präzision verleihen dem Möbel eine zeitlose Eleganz. Die filigranen Füße nehmen dem Korpus seine Schwere, während der Innenraum klar gegliedert ist. Joyce wirkt wie ein ruhiger Gegenpol zur Strenge moderner Systeme – perfekt für Interieurs, die Ordnung mit Wärme verbinden wollen.
Dass gutes Design auch Jahrzehnte später aktuell bleibt, zeigt das System 20 Casiers Standard von Le Corbusier und Pierre Jeanneret, adaptiert von Charlotte Perriand. Das modulare Schranksystem ist radikal funktional, klar proportioniert und erstaunlich zeitgemäß. Gerade in dunkleren Ausführungen fügt es sich nahtlos in heutige Wohnräume ein und unterstreicht den Wunsch nach Struktur und Übersicht.
Ordnung schaffen
Der neue Ordnungsstil 2026 ist leise, kontrolliert und visuell stark. Er setzt auf wenige, präzise Möbel statt auf viel Dekoration. Regale und Sideboards werden zu ruhigen Ankern im Raum – sie strukturieren, beruhigen und geben dem Wohnen eine neue Selbstverständlichkeit. Ordnung fühlt sich nicht nach Verzicht an, sondern nach Klarheit. Und genau das macht sie so zeitgemäß.