Dietmar Constantini

ÖFB sucht nach Interimslösung

Constantini: Bei einer Pleite will er gehen

Wirft Teamchef nach dem Spiel am Freitag gegen Deutschland selbst hin?

Noch hofft Didi Constantini auf ein Fußballwunder. Er sagt: „Man muss als Trainer Realist und Träumer zugleich sein. Ich glaube an unsere Chance in Gelsenkirchen, sonst würde ich überhaupt nicht ins Flugzeug steigen.“

Am Donnerstag jettet die Nationalmannschaft zum Schicksalsmatch. Es ist eine Reise ins Ungewisse.

Nach Deutschland-Spiel könnte alles schnell gehen
ÖSTERREICH hat aus dem Umfeld des Teamchefs erfahren: Sollte das Spiel verloren gehen, dürfte die Ära von Constantini schon am Freitag zu Ende sein. Die EM-Qualifikation wäre dann endgültig gelaufen – und der ÖFB müsste für das Duell mit der Türkei (6. September, Ernst-Happel-Stadion) einen Interimstrainer finden.

Der Teamchef fühlt sich respektlos behandelt
Der würde auch bei den bedeutungslosen letzten Partien in Aserbaidschan (7. Oktober) und vier Tage später in Kasachstan auf der Bank sitzen.

Didi hatte noch vor ein paar Wochen gemeint: „Ich trete hundertprozentig nicht freiwillig zurück.“

Aber jetzt ist alles anders: Constantini spürt, dass das Vertrauen von ÖFB-Boss Leo Windtner nicht mehr da ist. Didi hat auch keine Lust, sich weiter zu quälen und gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Es geht in Wahrheit nur noch darum, wer früher eine Handlung setzt: Constantini mit dem freiwilligen Rückzug oder Windtner mit der Ablöse des Teamchefs. Offiziell wird das nicht bestätigt, weil Freitag alle auf eine Riesensensation hoffen.

Dass seine abgebrochene Pressekonferenz in Wien so viel Staub aufwirbeln würde, hatte Didi nicht erwartet. Constantini ist auch gekränkt, weil er sich respektlos behandelt fühlt. Er spricht ganz offen von Scheinheiligkeit.

Windtner und Constantini sprachen über das Ende
Windtner tauchte im Camp in Bad Tatzmannsdorf demonstrativ beim ersten Training auf, redete lange mit den Spielern und dem Betreuerstab.

ÖSTERREICH weiß auch: Windtner und Constantini besprachen bereits diverse Trennungsszenarien. Es soll so ablaufen, dass niemand sein Gesicht verliert. Der neue Teamchef bekommt dann einen Vertrag ab 1. Jänner 2012.

Christian Russegger