Austria blamiert sich gegen die Admira

Bundesliga, 9. Runde

Austria blamiert sich gegen die Admira

Team-Goalie Robert Almer leistete sich einen kapitalen Fehler.

Die Wiener Austria hat es am Samstag in der neunten Runde der Fußball-Bundesliga verabsäumt, Selbstvertrauen für das Europa-League-Spiel gegen Viktoria Pilsen am Donnerstag zu tanken. Die Wiener unterlagen der Admira zu Hause im Ernst-Happel-Stadion überraschend 1:2 (1:1). Die Südstädter punkteten damit nach drei Debakeln in der Liga erstmals wieder voll.

Frühe Frühung
Den Siegtreffer vor 5.910 Zuschauern, unter anderem Bundeskanzler Christian Kern, erzielte Christoph Monschein nach schwerem Fehler von Teamtormann Robert Almer (63.). Maximilian Sax hatte die Gäste zuvor früh in Führung gebracht (13.). Ismael Tajouri gelang nur der zwischenzeitliche Ausgleich für die Wiener.

Der Austria gelang es damit auch im neunten Meisterschafts-Anlauf nicht, hinten zu null zu spielen. Sax machte diesen Versuch mit einem Schupfer an Almer vorbei mit dem ersten Abschluss der Südstädter zunichte. Dem Führungstor war ein mustergültiger Konter der Gäste und ein grober Stellungsfehler in der Hintermannschaft der Austria vorangegangen.

Dabei waren es die Wiener, die besser ins Spiel gefunden hatten. Kevin Friesenbichler prüfte Andreas Leitner, der den Vorzug im Tor der Admira gegenüber Manuel Kuttin erhielt, mit einem platzierten Kopfball bereits in der vierten Minute. Der Schlussmann der Admira lenkte den Ball mit einiger Mühe an die Latte und verhinderte so den Traumstart der Wiener, die in weiterer Folge zahlreiche, jedoch ungefährliche Abschlüsse verzeichneten.

Die Admiraner versuchten ihr Glück vor allem in Konterangriffen über die schwache linke Abwehrseite der Gastgeber, spielten ihre wenigen Möglichkeiten nach dem Tor jedoch nicht zu Ende. Den Ausgleich verdankten die Wiener ihren beiden besten Spielern. Der Brasilianer Lucas Venuto tankte sich auf dem rechten Flügel energisch durch und bediente mit einer scharfen Hereingabe Tajouri ideal.

Patzer von Almer

Nach Seitenwechsel änderte sich am Spielgeschehen wenig. Die "Veilchen" setzten die Niederösterreicher vor allem mit forciertem Flügelspiel unter Druck. Tajouri prüfte Leitner mit einer Mischung aus Schuss und Flanke, der 22-jährige Goalie parierte jedoch bravourös (50.). Die Austria blieb jedoch weiter für Konterangriffe anfällig. Nach einer völlig missglückten Holzhauser-Ecke hätte Lackner bereits die erneute Führung erzielen können, er legte sich den Ball jedoch zu weit an Teamtormann Robert Almer vorbei (59.)

Nur wenig später stand der Austria-Kapitän im Fokus. Nach einem weiten Abschlag der Gäste eilte Almer weit aus seinem Tor heraus. Sein Abwehrversuch 25 Meter vor dem eigenen Tor prallte an Monschein ab, der in weiterer Folge alleine auf das Tor zulaufend problemlos zum 2:1 einschieben konnte (63.). Die Austria probierte alles, um den Ausgleich zu erzielen, aber sowohl Petar Filipovic (74./ nach Tajouri-Freistoß) als auch der eingewechselte Olarenwaju Kayode (81./ alleine vor Leitner) vergaben aussichtsreiche Möglichkeiten.
 

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SV Mattersburg - SV Ried 1:1 (0:0)
Mattersburg, Pappelstadion, 1.700, SR Harkam
1:0 (83.) Grgic
1:1 (91.) Zulj (Elfmeter)
 

Die Partie der neunten Fußball-Bundesliga-Runde zwischen dem SV Mattersburg und der SV Ried hat am Samstag mit einem 1:1 (0:0) geendet. Mario Grgic hatte die Hausherren in der 83. Minute in Führung gebracht, Peter Zulj gelang in der 91. Minute aus einem Elfmeter der Ausgleich.

Die überlegenen Burgenländer verpassten damit die Gelegenheit, den letzten Tabellenplatz zu verlassen und liegen weiterhin einen Punkt hinter dem Neunten SKN St. Pölten. Die Innviertler wiederum festigten den sechsten Rang.

Von Beginn an hatten die mit einem 4-4-2-System angetretenen Mattersburger mehr vom Spiel, wurden aber nur aus von Jano ausgeführten Standard-Situationen halbwegs gefährlich. So köpfelte Alois Höller in der 14. Minute völlig frei stehend neben das Tor, in der 44. Minute verfehlte Höller neuerlich nach Jano-Freistoß per Kopf das Gehäuse.

In dieser Tonart ging es auch nach dem Seitenwechsel weiter. Die Mattersburger suchten ihr Heil in langen Bällen, Freistößen und ruhenden Bällen und brachten die Rieder dadurch immer wieder in Bedrängnis. In der 51. Minute schoss Fran relativ knapp über die Latte, fünf Minuten später war Goalie Thomas Gebauer bei einem Kopfball von Patrick Bürger zur Stelle.

Von den Oberösterreichern war lange Zeit in der Offensive praktisch nichts zu sehen - bis plötzlich der eingewechselte Thomas Fröschl in der 68. Minute alleine im Strafraum auftauchte, allerdings aus zehn Metern deutlich verzog.

Diese vergebene Chance schien sich zu rächen: In der 83. Minute legte Barnabas Varga an der Strafraumgrenze für Grgic ab, der mit einem platzierten Flachschuss das 1:0 für den SVM erzielte. Erst danach wachten die Rieder auf, warfen alles nach vorne und wurden dafür in der 91. Minute belohnt. Zulj, der zuvor wegen einer Schwalbe Gelb gesehen hatte, kam im Strafraum nach einem Duell mit Höller und Lukas Rath zu Fall, den dafür verhängten Elfmeter verwertete der Gefoulte sicher.

Damit schaffte Mattersburg in den jüngsten 18 Liga-Partien nur einen Sieg. Die Rieder hingegen jubelten über das bereits vierte Meisterschaftsspiel in Folge ohne Niederlage.

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Sturm Graz - WAC 3:0 (2:0)
Merkur Arena, 12.768, SR Jäger
1:0 (38.) Alar
2:0 (41.) Alar
3:0 (88.) Edomwonyi

Sturm Graz steht nach dem ersten Viertel der Fußball-Bundesliga doch überraschend an der Spitze. Die Steirer feierten am Samstag in der neunten Runde in der Merkur Arena gegen den WAC einen 3:0-Erfolg und erhöhten ihr Punktekonto mit dem siebenten Saisonsieg auf bereits 22 Zähler. Der Abstand auf Verfolger Red Bull Salzburg konnte vorerst auf fünf Punkte ausgebaut werden.

Der Titelverteidiger gastiert am Sonntag beim Vierten Altach. Eine extrem effiziente Sturm-Mannschaft erhöhte die ungeschlagene Serie auf mittlerweile sieben Partien, feierte dabei sechs Siege. Zu Hause sind die Grazer schon elf Spiele ohne Niederlage. Zum Matchwinner avancierte einmal mehr Deni Alar. Der Ex-Rapidler jubelte bereits vor der Pause über seine Saisontore acht (38.) und neun (41.) und baute seine Führung in der Liga-Schützenliste aus. Für den Schlusspunkt sorgte Bright Edomwonyi (88.).

Für die Gäste aus dem Lavanttal wäre deutlich mehr möglich gewesen, auch drei Aluminiumtreffer verhinderten aber einen Torerfolg. Die Truppe von Trainer Heimo Pfeifenberger muss jetzt vorerst einmal nach hinten blicken, der Abstand des auswärts weiter sieglosen Siebenten auf Schlusslicht Mattersburg beträgt nur noch vier Zähler. In den jüngsten drei Spielen gab es nur einen Punktgewinn.

Die ersten beiden Treffer fielen vor 12.768 Zuschauern entgegen dem Spielverlauf. Die Kärntner hielten nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch voll dagegen und hatten in den ersten fast 40 Minuten auch die besseren Momente. Sturm stand auch das nötige Glück zur Seite, eine Wernitznig-Flanke wurde von Christian Schulz bei einem Klärungsversuch in höchster Not an die Latte gelenkt (11.). Mit Ausnahme einer Kopfballchance von Alar (12.) waren die Kärntner gefährlicher. Philipp Prosenik setzte einen Kopfball daneben (15.) und konnte Sturm-Goalie Christian Gratzei mit einem Schuss aus spitzem Winkel nicht bezwingen (20.).

Die Grazer enttäuschten über weite Strecken, legten aus dem Nichts heraus aber trotzdem den Grundstein für den Sieg. Nach einer Energieleistung von Stefan Hierländer und Ideal-Zuspiel von Marc-Andre Schmerböck vollendete Alar am Fünfer in Torjägermanier (38.). Drei Minuten später schnürte er seinen Doppelpack. Eine Huspek-Hereingabe konnte Michael Sollbauer nicht klären, und Alar traf platziert ins Eck. Schmerböck hätte für eine noch höhere Führung sorgen können, scheiterte aber an Alexander Kofler (44.).

Sturm hatte somit nach dem Seitenwechsel alle Trümpfe in der Hand und begnügte sich in erster Linie damit das Ergebnis zu verwalten. Das gelang auch deshalb, da ein Kopfballtor von Boris Hüttenbrenner zurecht von Schiedsrichter Christopher Jäger nicht anerkannt wurde (57.) und bei weiteren Kopfbällen von Jacobo (66.) und dem glücklosen Prosenik (80.) die Latte rettete. Bei einem Hellquist-Kopfball zeigte Gratzei eine gute Parade (82.).

Sturm lauerte ausschließlich auf Konter und konnte einen der wenig gut ausgespielten zum 3:0 nützen. "Joker" Edomwonyi holte sich am eigenen Strafraum den Ball und schloss einen 80-Meter-Lauf mustergültig ab (88.). Sturm kassierte wie in der gesamten vergangenen Saison keinen Gegentreffer im Duell mit den Kärntnern.