Das Profil von Max Eberl und Christoph Freund sei sich zu ähnlich. Jetzt wird die Frage gestellt, ob es wirklich beide benötigt
Beim FC Bayern wird hinter den Kulissen intensiv über die zukünftige Ausrichtung der sportlichen Führung diskutiert. Nach dem Champions-League-Aus gegen Paris Saint-Germain rückt dabei vor allem Sportvorstand Max Eberl zunehmend in den Fokus. Zwar war seine Zukunft bei der jüngsten Aufsichtsratssitzung offiziell noch kein Tagesordnungspunkt, intern laufen die Bewertungen seiner Arbeit aber bereits auf Hochtouren.
Besonders kritisch wird laut Sportbild gesehen, dass sich die Aufgabenprofile von Eberl und Sportdirektor Christoph Freund stark überschneiden. Laut mehreren Berichten gibt es innerhalb des Aufsichtsrats Zweifel, ob der Verein langfristig beide Personalien in dieser Konstellation benötigt. Diskutiert werden daher alternative Führungsmodelle – unter anderem eine engere Zusammenarbeit zwischen CEO Jan-Christian Dreesen und Freund, falls Eberl den Klub verlassen sollte.
Entscheidung im Sommer
Eine endgültige Entscheidung wird allerdings frühestens im Sommer erwartet. Hintergrund sind die Vereinsstatuten: Vertragsverlängerungen dürfen erst ein Jahr vor Ablauf offiziell beschlossen werden. Die Verträge von Dreesen, Eberl und Freund laufen allesamt bis 2027. Deshalb will sich der Aufsichtsrat um Herbert Hainer und Uli Hoeneß bewusst Zeit nehmen. Die nächste richtungsweisende Sitzung soll im August stattfinden.
Für Eberl könnten die kommenden Wochen entscheidend werden. Seine Transferpolitik wird intern genau beobachtet – insbesondere, weil ihm teilweise vorgeworfen wird, bei Vertragsverhandlungen zu nachgiebig gegenüber Beratern zu agieren und dadurch hohe Gehaltsstrukturen mitverantwortet zu haben. Gleichzeitig verweisen Unterstützer auf erfolgreiche Verpflichtungen wie Trainer Vincent Kompany, Michael Olise oder Jonathan Tah sowie auf die langfristigen Verlängerungen mit Leistungsträgern wie Jamal Musiala und Joshua Kimmich.
Angespanntes Verhältnis?
Auch das Verhältnis zwischen Eberl und Freund gilt laut Medienberichten nicht als völlig spannungsfrei. Teilweise ist sogar von unterschiedlichen „Lagern“ innerhalb der sportlichen Führung die Rede. Trotzdem gibt es weiterhin Rückhalt für Eberl – insbesondere von Hainer und Hoeneß, die seine Arbeit in Teilen positiv bewerten sollen.
Im Mittelpunkt der jüngsten Sitzungen standen letztlich aber vor allem die strategische Zukunft des Vereins und die Kaderplanung für die kommende Saison. Wie erfolgreich das anstehende Transferfenster verläuft, dürfte maßgeblich darüber entscheiden, wie die Arbeit von Max Eberl beim FC Bayern am Ende bewertet wird.