Pinkel-Skandal im Schweizer Fußball

Schiedsrichter als Opfer

Pinkel-Skandal im Schweizer Fußball

Bei den Eidgenossen kam es zu einem überaus ekligen Zwischenfall.

Sie werden kritisiert, beleidigt, manchmal tätlich angegriffen: Im Fußball-Unterhaus der Schweiz wurde es für einen Schiedsrichter nun aber besonder eklig. "Ein Spieler pinkelte über meine Kleider", sagt David Müller gegenüber Blick.

Im Viertliga-Spiel zwischen Trubschachen und Lotzwil-Madiswil (3:3) hatte er einen Gäste-Kicker kurz vor Schluss mit Gelb-Rot unter die Dusche geschickt. Schimpfend stampfte der Übeltäter vom Platz - und machte offenbar einen kurzen Zwischenstopp in der Referee-Umkleide.

Als Müller sich nach dem Schlusspfiff frisch machen wollte, entdeckte er die Sauerei: "Meine Kleider und Tasche waren voll bepinkelt! Am Boden waren überall Urinspuren. Es stank fürchterlich." Er knipste Beweisfotos, meldete den Vorfall beim Verband und erstattete Anzeige bei der Polizei.

Urinprobe soll Klarheit bringen

"Dieser Schweinehund, der das gemacht hat, muss ­lange aus dem Verkehr gezogen werden", so Müller. Er hegt keinen Zweifel daran, dass der ausgeschlossene Spieler für den Pinkel-Eklat verantwortlich ist.

Adolf Peter, der Trainer von Lotzwil-Madiswil, bestreitet die Vorwürfe: "Ich ver­achte, was passiert ist. Aber ich ­verachte es genauso, dass wir jetzt beschuldigt werden. Ich bin überzeugt, dass es keiner meiner Spieler war."

Eine Urinprobe soll das beweisen. Der Verein überlegt gar eine Gegenklage wegen Verleumdung.