Platzsturm SK Rapid

Maßnahmen-Katalog

Rapid schickt Rowdys Rasen mähen

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"Aktion scharf" nach Platzsturm: 1.000 € Strafe oder Stadion-Job.


Es passierte am 22. Mai im 297. Wiener Derby zwischen Rapid und Aus­tria Wien. Nach dem 2:0 für Austria eskalierte die Situation und Hunderte Chaoten aus dem Rapid-Sektor stürmten auf das Spielfeld.



Am Dienstag, rund drei Wochen nach dem traurigen Zwischenfall, hat Rapid auf den unrühmlichen Platzsturm reagiert. Mit scharfen Konsequenzen für alle Hooligans! Rapid-Präsident Rudolf Edlinger ließ es sich nicht nehmen, den 10-Punkte-Strafenkatalog (siehe unten) im Wiener Café Landtmann persönlich vorzutragen: "Wir werden natürlich alle Maßnahmen durchziehen und sind überzeugt, dass sich die Situation bei Rapid bessern wird."

150 Stunden gemeinnützige Arbeit für Rapid
Ein Punkt springt einem sofort ins Auge. Jeder ausgeforschte Platzstürmer wird mit 1.000 Euro Geldstrafe belegt. Bisher konnten zwischen 70 und 100 Rowdys per Videokamera ausgeforscht werden. Wird nicht gezahlt (etwa, weil Rowdys nicht dazu in der Lage sind), kann die Strafe auch in 150 Stunden Arbeit für Rapid umgewandelt werden. Das heißt: Rasen mähen im Hanappi-Stadion oder Stühle reparieren! Mancher Grün-Weißer wird das wohl nicht als Strafe empfinden …

       

Mehr als 100.000 Euro an Regressforderungen (also Schadenersatz) werden für Rapid nicht drinnen sein. Der wirtschaftliche Schaden, der durch den Platzsturm entstanden ist, beziffert Rapid mit 350.000 Euro. Alle ausgeforschten "Fans" werden zusätzlich mit Stadionverboten zwischen zwölf Monaten und zehn Jahren sanktioniert.

Abos und den Zutritt auf West- und Ost-Tribüne gibt es nur mehr mit Lichtbildausweis. Das Werfen von Gegenständen auf das Spielfeld wird künftig hart bestraft werden. Wer ertappt wird, darf für 12 Monate nicht ins Stadion. Auch die bei den Fußball-Anhängern so beliebte Pyrotechnik wird verboten.

Ab sofort keine Derbys 
mehr im Hanappi-Stadion
Fest steht auch: Das 297. Wiener Derby war für lange Zeit das letzte im Hanappi-Stadion. Rapid wird die künftigen Heimspiele gegen den violetten Erzrivalen aus Sicherheitsgründen freiwillig im Ernst-Happel-Stadion austragen.

Am Schluss appellierte Edlinger auch an die Politik: "Solche Ausschreitungen sind ein gesellschaftliches Problem. Da ist die Politik im Lande gefordert. Rapid ist ja keine sozialtherapeutische Anstalt."
 

Der 10-Punkte-Katalog: So greift Rapid durch

  1. Stadionverbot für Rowdys:
    Alle Platzstürmer werden ausgeforscht und mit Stadionverbot belegt. Dauer: 12 Monate bis 10 Jahre.
     
  2. Rüpel zahlen Schadenersatz:

    Jeder Rowdy soll 1.000 € Strafe zahlen. Oder: 150 Stunden gemeinnützige Arbeit für Verein leisten (etwa Rasen mähen).

  3. Abos nur mehr mit Foto:
    
Alle Abos der Fan-Tribünen werden personifiziert. Einlass gibt es nur mehr mit einem gültigen Lichtbildausweis.
     
  4. Kontrolle der Tageskarten:
    Für Tribüne West gibt es keine Tageskarten mehr. Für die 
Tribüne Ost nur mehr mit Lichtbildausweis.

  5. Aus für Kammerl:

    Lager-Räume (Kammerl) für die Fans hinter der Tribüne werden geschlossen. Dort wurden z. B. Feuerwerke gebunkert.
     
  6. Keine Pyrotechnik:

    Bisher geduldet, jetzt hart geahndet. Jeder, der Raketen zündet, muss mit bis zu 24 Monate Stadionverbot rechnen.
     
  7. Keine Wurfgeschosse mehr:

    12 Monate Stadionverbot bekommen die Fans, die Gegenstände (Becher, Feuerzeuge, etc.) auf das Spielfeld werfen.

  8. Nur ein öffentliches Training:

    Bisher konnten die Fans zu allen (!) Rapid-Trainings. Jetzt ist der Zugang nur mehr einmal in der Woche möglich.

  9. Rapid-Dorf neu:
    
Das Rapid-Dorf soll wieder Familien und friedliche Atmosphäre anlocken. Es soll sogar Hüpfburgen geben.

  10. Heimspiele im Happel-Stadion:

    Statt im Hanappi-Stadion (hier gab es Platzsturm) spielt Rapid ab sofort freiwillig Derbys im Happel-Stadion.
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