Ex-Teamkicker Kuljic muss in U-Haft

Wettskandal

Ex-Teamkicker Kuljic muss in U-Haft

Auch 32-jähriger Tschetschene in Untersuchungshaft.

Im Zusammenhang mit der angeblichen Erpressung des Bundesliga-Spielers Dominique Taboga (31), von dem sich der Fußball-Bundesligist SV Grödig am Donnerstag getrennt hat, sind am (heutigen) Freitag Ex-Teamspieler Sanel Kuljic (36) sowie dessen mutmaßlicher Komplize Sulim D. (32) in Untersuchungshaft genommen worden.

Tatbegehungsgefahr bei Kuljic
Laut Gerichtssprecher Imre Juhasz lag für die zuständige Richterin am Landesgericht Salzburg nach einer ergänzenden Einvernahme von Kuljic zwar keine Verdunkelungs-, dafür aber Tatbegehungsgefahr vor. Bei Sulim D. wiederum bestehe eine Tatbegehungs- und Tatausführungsgefahr. Kuljic hat bisher seine Unschuld beteuert und angegeben, dass ihm Taboga noch Geld schulde. Gegen den Tschetschenen Sulim D. ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachtes der schweren Erpressung und Nötigung "im Zusammenwirken" mit Kuljic.

Hatte Taboga Schulden bei Kuljic
Laut dem Salzburger Anwalt von Kuljic sei der Hintergrund der Causa ein von Kuljic gewährtes Darlehen an Taboga in der Höhe von 65.000 Euro, die dieser für Einrichtungsgegenstände benötigt habe und die nur sehr schleppend zurückgekommen seien. "Wir werden mit Anträgen weitere Ermittlungen einleiten, damit der Tatverdacht ehest möglich entkräftet wird", betonte Essl gegenüber der APA.

Kuljic und Sulim D. wurden am vergangenen Dienstag mit einer dritten verdächtigen Person in Anif bei Salzburg festgenommen. Der dritte Verdächtige ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß, er gilt für die Ermittler nur als Mitläufer. Ob und wie weit die Causa mit Spielmanipulation und Wettbetrug verflochten ist, ermittelt derzeit das Bundeskriminalamt. Ein Sprecher erklärte Donnerstag auf Anfrage der APA, dass vorerst nicht bekannt gegeben werde, gegen welche Personen ermittelt wird.

Unterschiedliche Angaben von Taboga
Taboga gab am Montag in einer Anzeige bei der Polizei an, er hätte ein Spiel manipulieren sollen, habe sich aber geweigert. Wegen des entgangenen Gewinns habe man ihn unter Androhung von Gewalt gegen sich und seine Familie erpresst. Es sei zu mehreren Geldübergaben gekommen. Anfangs sprach Taboga von "über 70.000 Euro", dann korrigierte er die Aussage und nannte einen Gesamtbetrag von "etwas unter 30.000 Euro", den er seinen Erpressern übergeben hätte.

Am Donnerstag teilte der Manager des SV Grödig, Christian Haas, mit, dass Taboga im Winter 2012 vier Mitspieler gefragt habe, ob sich diese an einer Spielmanipulation beteiligen wollen. Die Spieler hätten das als Scherz aufgefasst und abgelehnt. Es sei zu keiner Manipulation gekommen, betonte Haas.

Gewerkschaft lässt Taboga nicht fallen
Taboga stellt unterdessen als Folge der mutmaßlichen Erpressung gegen ihn seine Funktion in der Fußballer-Gewerkschaft ruhend. Die Vereinigung der Fußballer teilte am Freitagabend mit, dass Taboga sein Amt als Mitglied im sechsköpfigen Spielerpräsidium nach Rücksprache mit dem Vorsitzenden Gernot Zirngast so lange nicht ausüben wird, bis in dem Fall Klarheit herrscht.

Die Fußballer-Gewerkschaft will laut einer Aussendung die weitere Entwicklung abwarten und den Spieler, "der schon seit langer Zeit ein aktives und angesehenes Mitglied der VdF ist, nicht vorschnell fallen lassen". Taboga will sich laut Zirngast derzeit nicht öffentlich äußern.

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