Bergisel

Jacobsen schlägt Morgenstern

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Norweger siegt hauchdünn vor Olympia-Sieger. Schlierenzauer zeigt Nerven und stürzt ab.

Hochklassiges Finale bei der dritten Station der Vierschanzen-Tournee: Norweger Anders Jacobsen siegt knapp vor Thomas Morgenstern und Simon Ammann. ÖSV-Shootingstar Gregor Schlierenzauer versagen vor Heimpublikum erstmals die Nerven - nicht Top 10.

Schon nach dem ersten Durchgang waren Jacobsen und Morgenstern vor der Konkurrenz gelegen - bis zum Showdown der beiden bekamen die Fans im Bergisel-Stadion einen hochklassigen - wenn auch von drehenden Windbedingungen beeinflussten - Finaldurchgang zu sehen. Der Deutsche Michael Uhrmann eröffnete den zweiten Durchgang mit 126 m und schob sich mit diesem Gewaltsprung noch von Rang 30 auf Rang 10 vor. Im Sog von Uhrmann gestaltete auch Mario Innauer (Sohn von Toni Innauer) sein Weltcup-Debüt außerordentlich erfolgreich: Endrang 15 nach Rang 21 zur Pause.

Schlierenzauer abgestürzt
Die erste harte Bruchlandung musste ÖSV-Shooting-Star Gregor Schlierenzauer just bei seinem Heimspringen verdauen: der Tiroler kam bei widrigen Windverhältnissen nicht über Rang 11 hinaus und rutschte damit auch in der Tournee-Gesamtwertung von Rang 1 auf Rang 7 zurück, gibt den Kampf um den Tournee-Sieg aber noch nicht auf: "Es ist noch alles drinnen. Man hat heute gesehen, wie viel man verlieren oder gut machen kann."

Weitenjagd
Ganz vorne zeigten die Besten der Welt einmal mehr ihre Klasse. Simon Ammann katapultierte sich mit der Tageshöchstweite von 132 m noch auf Rang drei. Dann der Showdown zwischen Morgenstern und Jacobsen: Morgenstern, nach dem 1. Durchgang 2,9 Punkte hinter dem Jacobsen legte 128,5 m vor - der Norweger konterte mit der selben Weite und siegte schließlich mit nur 1,1 Punkten Vorsprung auf den Olympiasieger. Morgenstern jubelte trotz der knappen Niederlage: "Nach Olympia hab' ich jetzt endlich wieder dieses Gefühl. Es ist heute alles aufgegangen, was ich mir vorgenommen habe. Es geht aufwärts. Jetzt stehe ich wieder da, wo ich hin will und hin gehöre."

Umsturz
In der Tournee-Gesamtwertung gab es einen wahren Erdrutsch: Tagessieger Jacobsen katapultierte sich an die Spitze, auf Rang zwei folgt nun der Finne Arttu Lappi (Vierter am Bergisel) vor Simon Ammann. Bester Österreicher ist Thomas Morgenstern auf Rang sechs, Schlierenzauer ist nur mehr Siebenter. Jacobsen übernahm auch in der Weltcup-Gesamtwertung die Führung vor Schlierenzauer.

Endstand
1. Anders Jacobsen NOR 129,0/128,5 m 265,0 Punkte
2. Thomas Morgenstern AUT 128,5/129,5 263,9
3. Simon Ammann SUI 125,5/132,0 261,5
4. Arttu Lappi FIN 125,5/128,5 257,7
5. Janne Ahonen FIN 125,5/126,0 251,2
6. Adam Malysz POL 124,0/126,5 249,9
7. Andreas Küttel SUI 122,0/120,5 234,0
8. Martin Höllwarth AUT 123,0/118,5 231,2
9. Manuel Fettner AUT 123,5/118,0 230,7

10. Michael Uhrmann SUI 115,5/126,0 229,7
11. Gregor Schlierenzauer AUT 122,0/119,0 227,3
13. Andreas Kofler AUT 121,0/114,0 220,0
14. Wolfgang Loitzl AUT 115,0/120,0 219,0
16. Mario Innauer AUT 117,5/116,5 216,7
18. Martin Koch AUT 119,0/114,5 213,3
23. Andreas Widhölzl AUT 120,0/111,0 209,3

Tournee-Wertung
1. Jacobsen NOR 672,8 (4./5./1.)
2. Lappi FIN 662,1 (6./5./4.)
3. Küttel SUI 656,4 (2./1./7.)
. Ammann SUI 656,4 (5./18./3.)
5. Malysz POL 654,1 (3./12./6.)
6. Morgenstern AUT 653,8 (10./11./2.)
7. Schlierenzauer AUT 652,7 (1./4./11.)

8. Ahonen 644,4 FIN (7./16./5.)
9. Uhrmann 603,9 GER (15./9./10.)
10. Kofler AUT 600,2 (11./9./13.)
11. Höllwarth AUT 596,3 (13./25./8.)
13. Koch AUT 590,5 (8./27./18.)
17. Loitzl AUT 572,8 (14./29./14.)
24. Widhölzl AUT 555,5 (24./31./23.)

Weltcup
1. Anders Jacobsen NOR 541
2. Gregor Schlierenzauer AUT 484
3. Simon Ammann SUI 478
4. Andreas Küttel SUI 422
5. Arttu Lappi FIN 308
6. Adam Malysz POL 298
7. Thomas Morgenstern AUT 283
8. Matti Hautamäki FIN 201
9. Janne Ahonen FIN 200
10. Wolfgang Loitzl AUT 178
11. Martin Koch AUT 159
12. Martin Höllwarth AUT 158
13. Andreas Kofler AUT 157

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