Nummer 100 wirft Nadal raus

Sensation in Wimbledon

Nummer 100 wirft Nadal raus

Tscheche Rosol sorgt für Sensation: Nadal in Runde 2 in 5 Sätzen niedergekämpft.

Der Spanier Rafael Nadal ist am Donnerstag in der 2. Runde des Tennis-Grand-Slam-Turniers in Wimbledon sensationell gescheitert . Die Nummer zwei der Setzliste musste sich dem Weltranglisten-100. Lukas Rosol aus Tschechien 7:6(9),4:6,4:6,6:2,4:6 geschlagen geben. So früh bei einem Grand Slam gescheitert war Nadal zuletzt 2005, als er ebenfalls in der zweiten Wimbledon-Runde ausschied.

Seltene Sensation in Wimbledon
Nadal hat den Rasen-Klassiker in London 2008 und 2010 gewonnen. Die jüngsten vergleichbaren Sensationen in Wimbledon ereigneten sich sich vor neun und zehn Jahren: 2003 verlor Lleyton Hewitt als Titelverteidiger in der ersten Runde gegen den damals noch wenig bekannten Ivo Karlovic, ein Jahr später besiegte der Schweizer George Bastl den siebenfachen Champion Pete Sampras in der zweiten Runde.


"Partie meines Lebens"
Rosol spielte die Partie seines Lebens. "Ich kann nur hoffen, noch jemals in meinem Leben so gut zu spielen wie heute", meinte Rosol nach dem verwerteten Matchball. Nach dem vierten Satz halfen auch die unklaren Regeln und der Turnier-Referee Andrew Jarrett Rosol bei der Sensation mit. Ausgerechnet in dem Moment, als Nadal endlich sein Spiel gefunden hatte und mit vier Game-Gewinnen in Folge zum 2:2 in Sätzen ausgeglichen hatte, wurde entschieden, das Dach zu schließen. Die Partie wurde für 45 Minuten unterbrochen.

Als es auf dem Centre Court unter geschlossenem Dach und Flutlicht weiterging, hatte sich Rosol wieder gefangen. Er nahm Nadal zum 1:0 den Aufschlag ab und servierte danach die Partie nach Hause. Nach 3:18 Minuten verwertete er den ersten Matchball mit seinem 22. Ass. Unklar sind die Regeln in Wimbledon, weil vor zwei Tagen die Partie zwischen Caroline Wozniacki und der Vorarlbergerin Tamara Pascek auf dem Centre Court wegen Dunkelheit abgebrochen worden war. Da gab es keine Pause, keine Fortsetzung unter Flutlicht.

Simon sorgt wieder für Stunk
Der Franzose Gilles Simon wärmte unterdessen das Thema neu auf, ob die Frauen das gleiche Preisgeld verdient haben wie die Männer. Diese Diskussion wurde zwei Tage lang mit viel Einfallsreichtum bei der Suche nach Argumenten geführt. Simon verwies auf die Tatsache, dass ein Ticket für das Männer-Finale viel mehr koste als eine Eintrittskarte für das Endspiel der Frauen. Und überhaupt würden 99 Prozent der männlichen Spieler so denken wie er. Maria Scharapowa meinte, sie müsse generell mehr Preisgeld bekommen als Simon, weil viel mehr Leute ihr zusehen wollen als dem Franzosen. Und Serena Williams stieß in die gleiche Richtung: "Maria Scharapowa hat doch mehr Sex-Appeal als Gilles Simon."