Didi Constantini

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Demenz-Drama um Didi Constantini

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Schlimmste Befürchtungen wurden wahr: Didi Constantini ist an Demenz erkrankt.

Tirol/Wien. Sorge um den ehemaligen Trainer des ÖFB-Nationalteams: Dietmar „Didi“ Constantini ist an der tückischen Demenz erkrankt. Die Familie des 64-Jährigen wagte am Samstag den mutigen Schritt, ging an die Öffentlichkeit: „Wir wollten alle Vermutungen ausräumen und Berührungsängste gegenüber der Volkskrankheit Demenz nehmen“, hieß es in einer Stellungnahme gegenüber der Tiroler Tageszeitung.

Es ist die Reaktion auf einen schweren Verkehrsunfall, den Didi Constantini am 4. Juni verursacht hatte. Der einstige Ausnahme-Fußballer und Trainer, der in den Sommermonaten seit Jahren Fußball-Camps für Nachwuchskicker organisiert, war aus zunächst unerklärlichen Gründen in falscher Richtung auf der Brennerautobahn unterwegs, krachte in das Auto eines entgegenkommenden Lenkers. Der 25-Jährige und Constantini selbst wurden schwer verletzt.

Constantini wird zunehmend vergesslich

Schnell war von einem Blackout des berühmten Coaches die Rede, enge Vertraute hegten jedoch damals schon den Verdacht, dass der frühere Spieler von Wacker Innsbruck und des Wiener Sport-Clubs, der das Nationalteam von 2009 bis 2011 als Trainer betreut hatte, schwer erkrankt ist. Die ersten Schübe der Demenz hatten sich bei dem Familien­vater bemerkbar gemacht, Didi Constantini wurde vergesslich. Langwierige ärztliche Untersuchungen haben die Befürchtungen jetzt bestätigt: Eine fortschreitende Demenz wurde diagnostiziert.

Die offizielle Bestätigung schlug am Samstag wie eine Bombe ein, was vor allem am Wesen Constantinis liegt. Ein außergewöhnlich umgänglicher Sportsmann, ein großer Sympathieträger: „Didi war immer Everybody’s Darling“, sagt ein langjähriger Weggefährte.

Traum-Karriere: ›Sturer‹ Tiroler Trainer eroberte Fußball-Österreich

Die Beschreibungen für den Tiroler fallen immer gleichlautend aus: Constantini gilt als echter Tiroler Sturschädel auf der einen, als liebenswerter Mensch auf der anderen Seite. Mit diesen Eigenschaften brachte es der 64-Jährige vom Bundesligakicker in Innsbruck bis zum ÖFB-Nationalcoach. Dreimal trainierte es das Team, zweimal interimistisch. Didi Constantini gilt als Ziehsohn des großen Ernst Happel, dem er im Amt folgte. Als sein Vorbild starb, legte er dessen weltberühmte Kappe auf die Trainerbank neben sich.

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