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Eishockey

Russland und Kanada Top-Favoriten

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"Sbornaja" will Berner Hattrick, Vanek-Coach Ruff soll Team Canada zu Gold führen.

Bern und die "Sbornaja", das war bisher eine Erfolgsgeschichte. Zweimal fand bisher in Bern eine Eishockey-Weltmeisterschaft statt, stets holte die Sowjetunion Gold. Bei der 73. WM ab Freitag in Bern und Kloten geht das russische Nationalteam (Sbornaja) damit nicht nur auf die Titelverteidigung, sondern quasi auch auf den "Berner Hattrick" los. Die Riege der Herausforderer wird von Vizeweltmeister Kanada angeführt. Lindy Ruff, in der NHL Cheftrainer von Thomas Vanek bei den Buffalo Sabres, soll den Rekordchampion zum 25. Titel führen.

Legenden hinter der Bande
Die Erfolgsgaranten von Bern 1971 und 1990 führen Russland auch diesmal an, allerdings nicht auf dem Eis. Torhüter-Legende Wladislaw Tretjak, mit zehn Gold-, zwei Silber- und einer Bronze-Medaille erfolgreichster WM-Teilnehmer der Geschichte, holte vor 38 Jahren seine zweite Goldene, er ist heute Verbandspräsident. Slawa Bykow, vor 19 Jahren Spielmacher, steht an der Bande.

Bykow hatte im Vorjahr die Russen zum ersten Titel nach 15 Jahren geführt. Die Titelverteidigung startet Bykow mit sechs NHL-Profis, die restlichen Spieler kommen aus der KHL, der russischen und wohl zweitstärksten Liga der Welt. Mit dabei ist Ilja Kowaltschuk von den Atlanta Thrashers, der im Vorjahr im Finale gegen Kanada bei deren Heimturnier in der Verlängerung mit dem Tor zum 5:4 für die Entscheidung gesorgt hatte. Ob Alexander Owetschkin, derzeit wohl bester Spieler der Welt, nachkommt, hängt vom Play-off-Ergebnis der Washington Capitals ab.

Kanada setzt auf NHL-Power
Ruff kommt mit bekannten Namen aus der NHL, allen voran Dany Heatley. Der Stürmerstar der Ottawa Senators war im Vorjahr mit 12 Toren und 8 Assists in 9 WM-Spielen bester Torschütze, bester Scorer und wurde zum besten Spieler des Turniers gewählt. Dazu haben u.a. Jason Spezza (Ottawa), Martin St. Louis (Tampa Bay Lightning) und Derek Roy, Sturmpartner von Vanek bei Buffalo, zugesagt.

Weitere Favoriten
Neben Österreichs Auftaktgegner Schweden unter Teamchef Bengt-Ake Gustafsson, mit der VEU Feldkirch 1998 Euroliga-Sieger, und dem WM-Dritten Finnland, zuletzt dreimal in Folge in den Medaillenrängen, zählt auch Tschechien wie immer zu den heißen Sieganwärtern. Der ehemalige Weltmeister Vladimir Ruzicka kann auf fünf NHL-Spieler, zehn KHL-Profis und vor allem Jaromir Jagr bauen. Der mittlerweile 37-Jährige, zweifache Stanley-Cup-Sieger (mit den Pittsburgh Penguins) und fünffache NHL-Torschützenkönig, ist erstmals seit 2006 wieder bei der WM dabei. Beim KHL-Viertelfinalisten Avangard Omsk war er noch immer der beste Spieler.

Ungarn beenden lagne Durststrecke
Erstmals seit 70 Jahren ist auch Ungarn wieder bei einer WM (sieht man von Olympia 1964 in Innsbruck ab, bei der das Eishockey-Turnier auch als WM galt). Der ehemalige Innsbruck-Trainer Pat Cortina hat mit Ungarn bei der B-WM in Sapporo/Japan Platz eins erreicht, nicht zuletzt dank zwölf Spielern von Alba Volan Szekesfehervar, das seit 2007 an der österreichischen Erste Bank Eishockey Liga teilnimmt. Cortina ist auch beim WM-Comeback der sportlich Verantwortliche.

Schweizer hoffen auf Halbfinale
Die heimischen Schweizer, die seit zwölf Jahren vom ehemaligen Feldkirch-Erfolgstrainer Ralph Krueger geführt werden, sind wieder Kandidat für das Viertelfinale, das sie in den bisherigen elf Weltmeisterschaften unter Krueger achtmal erreicht haben. Insgeheim hoffen die Eidgenossen aber, an die Erfolge der bisher letzten WM in der Schweiz anschließen zu können, als sie 1998 in Zürich und Basel sogar das Halbfinale erreichten.

Deutschland "unabsteigbar"
Ohne Druck geht Deutschland in das Turnier. Da die WM 2010 in Köln und Mannheim (mit Eröffnung im Fußball-Stadion auf Schalke, wo es am 7. Mai 2010 mit über 75.000 Zuschauern einen neuen Besucherrekord für Eishockey-Spiele geben wird) stattfindet, kann das Team von Uwe Krupp nicht absteigen. Mit Christoph Schubert (Ottawa) und Vanek-Clubkollege Jochen Hecht sind auch zwei NHL-Spieler mit dabei. Sollte Österreich den Aufstieg in die Zwischenrunde schaffen, wären die Schweiz und Deutschland neben Weltmeister Russland die möglichen Gegner

Die WM wird in 100 Ländern übertragen, es werden kumuliert 700 Millionen TV-Zuschauer erwartet, was den Rekord aus dem Vorjahr (600 Mio.) übertreffen würde. Die Organisatoren haben mit mindestens 303.000 Zuschauern budgetiert. Im nächsten Jahr sind dann auch wieder Italien und Kasachstan dabei, die bei den B-Weltmeisterschaften Anfang des Monats den Aufstieg geschafft haben.

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